Weihnachten – das Fest der Liebe. Wirklich? Braucht es einen bestimmten Tag, um Menschen zu zeigen, dass man sie liebt? Für mich nicht. Wenn ich jemandem etwas schenken will, dann muss dafür nicht Weihnachten sein. So oft sehe ich eine Kleinigkeit und denke mir, darüber würde sich XY aber freuen. Gekauft, verschickt, Freude gemacht. Ich mache anderen gern eine Freude, sind es doch die kleinen Dinge, die uns ein paar Tränchen entlocken.
Für mich gibt es keinen Grund, Weihnachten zu feiern. Wir sind konfessionslos. Trotzdem feiert meine Familie jedes Jahr Weihnachten. Mein 15jähriger Sohn meinte letztens, wegen ihm bräuchten wir keinen Weihnachtsbaum. Ich habe kurz darüber nachgedacht. Aber doch, wir brauchen einen Weihnachtsbaum. Wir hatten einen Weihnachtsbaum, ehe er geboren war, also gibt es auch dieses Jahr einen. Warum nervt mich Weihnachten dann so? Ganz einfach. Im August kam ich mit Flip-Flops und im T-Shirt aus dem Urlaub. Hochsommer halt. Beim Bummel durch ein Geschäft wird mir Weihnachtsdeko angeboten. Im August! Die Werbung suggeriert mir seit September, ich soll unbedingt ganz bald Weihnachtsgeschenke kaufen.
Letzte Woche fand ich total verstörend, wie eine Bloggerin auf ein nicht – veröffentlichtes Weihnachstgeschenk reagierte. Da wurde einer Autorin ein Geschenk geschickt. Diese hat sich auch darüber gefreut, aber „nur“ per privater Nachricht ihre Freude geäußert. Die Bloggerin nahm es als Anlass, das Geschenk selbst zu posten und die Autorin sowie den Shop, wo das Geschenk erworben wurde, zu verlinken. Geht es noch peinlicher?
Das sind so die Dinge, die den Zauber von Weihnachten „kaputt“ machen. Und trotzdem ist Weihnachten etwas ganz Besonderes. Wenn es mir gelungen ist, meinem Teenagersohn vor Freude eine Umarmung zu entlocken, meine Mama sich sehr freut und ich mich freue, weil ich anderen eine Freude machen konnte. Auch, weil mir sehr viel Freude bereitet wurde (ok, ich suche gelegentlich nach einem Synonym für das Wort Freude). Ich war sehr gerührt, wie viele liebevoll ausgesuchte Geschenke hier angekommen sind. Von neuen Tannenzapfen für Erbse (mein Dackelmädchen), über selbstgebundene Notizbücher mit ihrem Pfotenabdruck bis hin zu Einhorn-Wärmflaschen und supersüßer Jute-Tragetasche mit Dackeln. Ja, mit Einhörnern und Dackeln kriegt man mich ;).
Jetzt freue ich mich auf ein neues Jahr voller Herausforderungen und wünsche uns allen Frieden und Gesundheit.
Frohe Weihnachten!
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