Autorin Poppy J. Anderson hatte ich kurz in Leipzig zur Buchmesse getroffen. Wir sehen uns zur LoveLetter Convention in Berlin. Auch an sie hatte ich viele Fragen.
Interview
Wer sollte bei einer Buchverfilmung Deine Hauptcharaktere spielen? Welche ist Deine Lieblings – Hauptfigur? (Protagonist aus den eigenen Büchern)
Da ich eine ziemlich große Schwäche für Henry Cavill habe und ihn als Vorbild für den Quarterback der Titans, Brian Palmer, genommen habe, wäre ich natürlich Feuer und Flamme dafür, ihn in einem Film über die New York Titans zu sehen. Und um allen Zuschauerinnen und auch mir einen großen Gefallen zu tun, würde ich den Regisseur so lange bestechen, bis es unendlich viele „Nackt-Szenen“ in diesem Film geben würde.
Mit welchem deiner männlichen Protagonisten hättest du gerne mal ein Date?
Oje, die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da ich sie alle mag und in jeden von ihnen wenigstens ein bisschen verliebt bin. Anstatt eines Dates würde ich vermutlich lieber mit dem ganzen Team in eine Sportkneipe gehen, Blake und Ian bei einer Prügelei anfeuern, mit Dupree über Bücher reden, mit Brian einen trinken, Tom dreckige Witze erzählen und Julian mein Herz ausschütten, bevor wir alle zusammen lauthals Lieder grölen.
Welche Eigenschaft der Protagonisten mag man als Autor so gar nicht?
Leider hören die Protagonisten nur sehr selten auf das, was die Autoren ihnen sagen. Jedenfalls ist das bei mir so. Meine Protagonisten sind furchtbar stur und tun das, was ihnen gefällt, selbst wenn die Handlung eigentlich in eine andere Richtung geht. Im Grunde habe ich nicht einmal viel dagegen, schließlich wirkt der Roman dadurch letztendlich sehr viel lebendiger, aber manchmal ist es wirklich ein Kreuz.
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Lässt Du sich die Geschichte entwickeln oder schreibst Du ganz akkurat nach dem ausgearbeiteten Plot?
Es ist eigentlich eine Mischung aus beidem. Oftmals habe ich nur eine winzige Idee oder einen Namen, der mir gefällt und der mich dazu verleitet, eine neue Geschichte zu erfinden. Es kann vorkommen, dass ich eine Szene aus der Mitte des Buches vor Augen habe und um diese herum einen Roman entwickle. Meistens kommt es jedoch vor, dass ich den sorgfältig entwickelten Plot auf halber Strecke über den Haufen werfe, weil der Roman plötzlich in eine andere Richtung geht. Inspiration sollte man niemals unterdrücken.
Was ist das Schlimmste am Schreiben? Der Plot oder das Ausarbeiten und den Plot zu einer Geschichte schreiben?
Am Schreiben würde ich erst einmal gar nichts schlimm nennen, weil es dafür viel zu viel Spaß macht. Ich für meinen Teil kann es meistens gar nicht erwarten, zu den spannenden Szenen zu kommen, und würde diese am liebsten sofort schreiben. Jedoch habe ich mir angewöhnt, keine Kapitel auszulassen und später zu schreiben, sondern alles der Reihenfolge nach zu Papier zu bringen. Daher sind die ersten hundert Seiten bei mir auch immer die, die am längsten dauern, was das Schreiben anbelangt.
Wieviel Realität steckt in deinen Büchern? Verarbeitest Du gute und schlechte Erlebnisse darin oder alles Fiktion?
Vieles ist Fiktion, da ich kein großartiges Footballteam mit so vielen großartigen und vor allem gut aussehenden Spielern kenne. Leider. Dennoch stecken auch einige persönliche Erfahrungen, Charakterzüge von Freunden oder mir selbst und vergangene Erlebnisse in den Büchern. Viele Witze oder witzige Begebenheiten, die ich in den Büchern beschreibe, sind mir tatsächlich passiert, aber ich werde nicht verraten, welche das sind 😀
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Wo kommen Dir die Ideen zu Deinen Geschichten? Woher das Aussehen der Personen? Pure Fantasie oder Fanmodus von Schauspielern, Bands etc.? Welchen?
Puh, zuerst einmal kommen mir die meisten Ideen tatsächlich beim Autofahren oder beim Zähneputzen. Beim Fernsehschauen oder Lesen anderer Bücher dagegen schalte ich meistens ab und denke an nichts anderes. Einmal ist mir während einer einsamen Autofahrt nach Belgien eine Idee für einen kompletten Roman gekommen. Da ich im Auto immer laut und vor allem falsch singe, bin ich stets so entspannt, dass die Inspiration von allein kommt – ohne dass ich es erzwinge.
Kennst Du Schreibblockaden? Wenn ja, was tust Du dagegen?
Von Schreibblockaden bin ich glücklicherweise bislang verschont geblieben klopf auf Holz. Was ich jedoch kenne, ist die typische Frühjahrsmüdigkeit, die es manchmal schafft, dass ich kaum Elan habe, mich an den Schreibtisch zu setzen. Laute Musik und lange Telefonate mit Freundinnen wirken da jedoch Wunder.
Was steht auf dem Schreibtisch, während Du arbeitest? Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse?
Ich habe es mir angewöhnt, nicht am Schreibtisch zu essen, da ich vermutlich eine ganze Kekspackung aufessen würde, ohne es überhaupt zu merken. Beim Schreiben brauche ich lediglich meinen PC, einen Notizblock und eine Flasche Wasser – im Winter auch gerne meinen Hund, der mir die Füße wärmt.
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Prokrastinieren – Facebook und co. oder lässt Du Dich nicht ablenken? Ist Prokrastination evtl. sogar wichtig?
Leider lasse ich mich viel zu sehr ablenken. Bei mir ist Facebook ständig angeschaltet, auch wenn ich oft den Ton leise stelle, um von den Benachrichtigungen nicht in meiner Konzentration unterbrochen zu werden. Ab und zu schaue ich sehr gerne hinein, da man als Autor allein an seinem Schreibtisch ab und zu den Eindruck hat, völlig zu vereinsamen. Außerdem ist der Kontakt zu anderen Autoren unglaublich wichtig und oft auch sehr hilfreich, wenn man z.B. nicht weiterkommt und einen Rat braucht.
Ab wann hat Dich Dein Umfeld ernst genommen und Freunde / Bekannte / Familie Deiner Arbeit als Autor respektiert?
Sehr lange wusste nur eine Handvoll Menschen aus meinem näheren Umkreis darüber Bescheid, dass ich Bücher veröffentliche. Noch heute hänge ich es nicht an die große Glocke und binde es nicht jedem auf die Nase – einfach aus dem Grund, weil ich das Gefühl habe, mich ständig dafür rechtfertigen zu müssen, was ich tue. Leider halten einige Menschen das Schreiben für keinen richtigen Job oder gar für Zeitverschwendung. Meine Eltern, meine Schwester sowie meine besten Freunde waren von Anfang an begeistert, aber oftmals musste ich mir von anderen Verwandten anhören, dass das Schreiben Nonsens sei und ich mir lieber einen richtigen Job suchen solle. Da mich das Schreiben jedoch sehr glücklich macht, gehen solche Sprüche zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus.
Wie kommt Deine Familie damit klar, wenn Du über dem Schreiben alles um Dich herum vergessen hast?
Glücklicherweise kennt mein Umfeld meine Macken und den glasigen Blick, den ich aufsetze, wenn ich völlig vertieft in meine Arbeit bin. Tatsächlich kann ich sehr froh sein, dass alle so viel Verständnis haben und mir einige alltägliche Pflichten abnehmen, wenn ich mich einer Deadline nähere.
Wie gehst Du mit negativer Kritik, schlechten Rezensionen um?
Negative Rezensionen, die nur darauf abzielen, den Autor zu verletzen, ignoriere ich, auch wenn es Zeit gekostet hat, damit umzugehen. Man muss zwischen konstruktiver Kritik und böswilligen Kommentaren unterscheiden, denn konstruktive Kritik ist stets willkommen. Zwar wird es kein Autor schaffen, die unterschiedlichen Geschmäcker aller Leserinnen und Leser zu treffen, aber an berechtigter Kritik kann man wachsen und sich verbessern. Als Autor muss ich mich auch hinterfragen können und mir eingestehen, wenn beispielsweise eine Figur nicht sympathisch genug gezeichnet wurde.
Der Beruf des Autors – Liebe und Leidenschaft oder kann man ihn mit dem täglichen zur Arbeit gehen vergleichen? Hast Du feste Schreibzeiten?
Seit ich nicht mehr hobbymäßig schreibe, gab es kein freies Wochenende und keinen richtigen Urlaub mehr für mich, da ich immer und überall an meine Arbeit denke. Ein Selfpublisher schreibt schließlich nicht nur seine Bücher, sondern muss sie auch vermarkten. Das bedeutet, dass ich in Gedanken ständig bei der Arbeit bin. Das ist jedoch kein Problem, sondern macht mir große Freude. Solange ich es beispielsweise beim Shopping oder bei einem Spaziergang mit dem Hund nicht abwarten kann, wieder zu Hause zu sein, um eine Idee umzusetzen oder weiter an meinem neuen Roman zu schreiben, ist alles gut.
Schriftsteller heute und früher – Was hat sich verändert? Wurden Autoren früher mehr geachtet?
Das kann man vermutlich nicht pauschalisieren. Autoren und Künstler im Allgemeinen wurden und werden mal mehr und mal weniger geachtet. Dies hängt sowohl von der Gesellschaftsschicht als auch vom Genre ab, in dem der Autor schreibt.
Wie gehst Du mit der Veränderung des Marktes um? Immer mehr Menschen meinen, ein Buch schreiben zu müssen. Sollte man als Autor eine „Lehre“ machen müssen, das Handwerk lernen oder soll weiterhin jeder schreiben, der sich dafür geeignet hält?
Das Schöne am Selfpublishing ist ja, dass sich jeder ausprobieren kann. Wer ein Buch schreiben möchte, sollte dies unbedingt tun. Und wenn derjenige seine Leser findet, ist es umso besser. Ich denke nicht, dass das Schreiben etwas ist, das man erlernen kann. Natürlich gibt es Schreibseminare, die einem helfen, besser zu werden, jedoch sollte ein Autor ein natürliches Talent dafür haben, Geschichten erzählen zu können.
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Die Sprache – schreiben wie man spricht, wenn möglich noch mit Dialekt, oder hochdeutsch? Verändert das Schreiben Deine Artikulation im täglichen Miteinander?
Vor allem in meinen Dialogen verwende ich etwas „Slang“, wenn es zu der Situation bzw. der Figur passt. Ein grobschlächtiger Footballspieler, der sich schlecht benimmt oder gerade ausflippt, muss fluchen können, Silben verschlucken und dadurch authentisch wirken. Ansonsten geht nichts über akkurates Hochdeutsch.
Wie wichtig erachtest Du soziale Netzwerke, wie gehst Du damit um?
Man findet seine Leser dort, wo man auch veröffentlicht. Und das ist nun einmal das Internet. Der klassische Verlag wirbt über den stationären Buchhandel – Selfpublisher, die über Internetplattformen veröffentlichen, sollten daher in sozialen Netzwerken aktiv sein. Ich bin der Meinung, dass diese außerordentlich wichtig sind. Nicht nur für schnöde Werbung, sondern insbesondere dafür, auf dem neuesten Stand zu bleiben, zu einem Netzwerk zu gehören und Kontakt zu seinen Lesern halten zu können.
Messen und Conventions – als Dank für Lesertreue oder eher nur Stress? Was bringt es Dir persönlich, Kontakt mit Deinen Lesern zu haben?
Messen und Conventions sind purer Stress – keine Frage! Dennoch kann es kein größeres Lob geben, als dort seine Leser zu treffen. Ich bin all meinen Leserinnen unendlich dankbar, dass ich das tun darf, woran mein Herz hängt, und allein aus diesem Grund ist es Ehrensache, an Buchmessen teilzunehmen und mich im Vorfeld so richtig ins Zeug zu legen. Was es mir persönlich bringt, Kontakt mit meinen Lesern zu haben? So ziemlich alles, schließlich schreibe ich für sie und genieße es, mich mit ihnen von Angesicht zu Angesicht auszutauschen.
Fans – wieviel Fan – Nähe erträgt ein Autor? Musstest Du schon einmal unbequeme Entscheidungen treffen?
Da ich bislang nur sehr nette „Fans“ kennengelernt habe und keinen „Stalker“ o.ä. hatte, kann ich hier gar nicht mitreden. Wenn jemand dermaßen begeistert über meine Bücher ist, dass er mich anschreibt oder extra zu Messen kommt, um mich zu treffen, begeistert das wiederum mich.
Buchpreisbindung in Deutschland – gut oder nicht gut?
Ein schwieriges Thema, bei dem viele Faktoren hineinspielen. Ich für meinen Teil befürworte die Buchpreisbindung, verstehe jedoch nicht, weshalb Ebooks darunterfallen, wenn Leser keine 7% Mehrwertsteuer (wie für Bücher üblich), sondern 19% bezahlen sollen, weil Ebooks hier wiederum nicht als Bücher gelten. Wenn schon, denn schon.
Illegale Downloads – wie sehr wirken sie sich aus? Wie würdest Du Fans gegenübertreten, von denen Du weißt, sie loben Deine Bücher, haben sie aber auf illegalem Weg bezogen?
Illegale Downloads sind sehr ärgerlich, da sie die Arbeit der Autoren schmälern. Noch viel ärgerlicher ist es jedoch, wenn man eine Stammleserin hat, mit der man sich blendend versteht, und irgendwann herausfindet, dass sie sich die eigenen Bücher illegal besorgt hat. Das kommt einem Vertrauensbruch gleich. Dennoch sollte man über alles reden können – insbesondere dann, wenn man sich versteht. Nur bei Uneinsichtigkeit ist bei mir Schluss.
Möchtest Du Deinen Lesern etwas mit auf den Weg geben? Gibt es etwas, das Du noch loswerden möchtest?
Ich freue mich wahnsinnig auf die LoveLetter Convention und hoffe, dass wir alle extrem viel Spaß haben werden!
Werden wir. Versprochen!
Noch nicht genug? Schaut euch auf der Homepage der Autorin um![/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]
Wunderbares Interview! Da musste ich das eine oder andere Mal richtig schmunzeln. Toll!