Autor Marcus Hünnebeck lernte ich auf der Leipziger Buchmesse 2015 kennen. Wobei kennenlernen übertrieben ist. Von einer befreundeten Autorin wurde ich auf eine geheime Lesung der Lieblingsautoren eingeladen. Marcus Hünnebeck ist einer dieser Autoren. Im Rahmen der Blogtour zu seinem kürzlich bei LXY erschienenen Buch Im Auge des Mörders beantwortete mir der Autor einige Fragen. Am Ende gibt es ein Gewinnspiel!
Interview
Wer sollte bei einer Buchverfilmung Deine Hauptcharaktere spielen? Welche ist Deine Lieblings – Hauptfigur? (Protagonist aus den eigenen Büchern)
Da werde ich mal gleich größenwahnsinnig, träume von einer internationalen Verfilmung und wünsche mir Tom Hardy für die männliche Hauptrolle.
Meine Lieblingshauptfigur ist Mark Gruber, der Polizeipsychologe, der in den Romanen „Verräterisches Profil“ und „Die Drahtzieherin“ vorkam. In einer frühen Fassung von „Die Drahtzieherin“ starb Gruber durch die Hand einer Serienmörderin. Das tat mir letztlich so weh, dass ich es wieder umgeschrieben habe. Nun kommt Gruber in dem demnächst erscheinenden Finale der Katharina-Rosenberg-Trilogie eine entscheidende Rolle zu; danach will ich eine Reihe von Kurzkrimis um Mark Gruber entwickeln, von denen ich am liebsten zwei bis drei im Jahr auf den Markt bringen würde.
Mit welchem deiner weiblichen Protagonisten hättest du gerne mal ein Date?
Mit Arabella aus „595 Stunden Nachspielzeit“ 🙂 Gerne auch ein ganzes Wochenende lang; aber nur, wenn sie auf ihr übliches 4000 € Honorar verzichtet :-).
Welche Eigenschaft der Protagonisten mag man als Autor so gar nicht?
Da fällt mir bei meinen eigenen Romanen keine ein – immerhin bin ich ja auch für jede Eigenschaft verantwortlich. Aber in den Liebesromanen, die ich mit Kirsten Wendt schreibe, haben die weiblichen Figuren manchmal Eigenschaften an sich, bei denen ich als Mann manchmal „Au weia“ denke :-).
Lässt Du sich die Geschichte entwickeln oder schreibst Du ganz akkurat nach dem ausgearbeiteten Plot?
Ich schreibe komplett nach ausgearbeitetem Plot
Was ist das Schlimmste am Schreiben? Der Plot oder das Ausarbeiten und den Plot zu einer Geschichte schreiben?
Weder noch. Ich liebe das Plotten und ich liebe das anschließende Schreiben. Was ich allerdings hasse, sind die notwendigen Überarbeitungen, wenn ich die erste Fassung fertig habe.
Wieviel Realität steckt in deinen Büchern? Verarbeitest Du gute und schlechte Erlebnisse darin oder alles Fiktion?
Manche Ereignisse, die tatsächlich stattgefunden haben, habe ich in Romanen wieder aufleben lassen – meist dann in völlig übersteigerter/übertriebener Art und besonders gern in den Humorbüchern (bzw. auch teilweise in den Kinderbüchern, wenn es um frühe Ereignisse mit meinem Sohn ging). In meinem aktuellen Thriller ist die Protagonistin Bogenschützin – ich habe diesen Sport selbst einige Jahre ausgeübt. Im nächsten Liebesroman kommt ein Friseur als Nebenfigur vor, der stark an „meinen“ Friseur angelehnt ist. Also lautet die korrekte Antwort wohl: Das Leben bietet oft die besten Vorlagen.
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Kennst Du Schreibblockaden? Wenn ja, was tust Du dagegen?
Kenne ich nicht. Ich kenne höchstens das Gefühl, keine Lust zu haben; so wie ich früher auch mal keine Lust hatte, ins Büro zu fahren. Andreas Eschbach hat sinngemäß mal irgendwann gesagt: „Es gibt keine Schreibblockaden, sondern höchstens einen schlecht vorbereiteten Autor.“ Ich finde, er hat völlig recht.
Du schreibst Thriller, Kinderbücher, Lustiges und Liebesromane – magst Du eines dieser Genres mehr als andere?
Im Prinzip ist das stimmungsabhängig; allerdings fällt es mir oft viel leichter, Lustiges zu schreiben, als „Brutales“. Liebe ist ebenfalls einfacher als Mord.
Was steht auf dem Schreibtisch, während Du arbeitest? Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse?
Lebenswichtig: Espresso (manchmal alternativ Koffein auch in Form eines Energydrinks). Ebenfalls nicht unwichtig: Nervennahrung. Wobei ich mir bei Schokolade, Weingummi und co. ein tägliches Maximum setze, das ich meistens einhalte. Im Klartext: ein Eis esse ich (fast) jeden Tag, dazu aber maximal ein wenig Schokolade oder anderes Süßzeug.
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Prokrastinieren – Facebook und co. oder lässt Du Dich nicht ablenken? Ist Prokrastination evtl. sogar wichtig?
Sorry, ich musste gerade auf Facebook eine Nachricht beantworten. Kannst du die Frage wiederholen?
Ich wünschte, ich wäre weniger anfällig. Facebook, Spiegel online, Süddeutsche, Sport1 … seufz – gut, dass ich trotzdem einen hohen Output habe. Also bilde ich mir jetzt ein, dass die Ablenkung hilfreich ist :-).
Lektorat – Bist Du manchmal anderer Meinung wie der Lektor? Wie schnell werdet ihr euch einig?
Ja, bin ich (selten) – trotzdem übernehme ich meistens die Vorschläge des Lektorats. Ein guter Lektor (und momentan arbeite ich mit einer der weltbesten Lektorinnen zusammen) ist ein Vollprofi, dessen Meinung ein Autor immer zumindest bedenken sollte.
Hattest Du ein peinliches oder lustiges Erlebnis auf einer Lesung?
Vor allem viele schöne Erlebnisse; insbesondere bei meinen Grundschullesungen. Einmal hat mir ein Mädchen, das in der dritten Klasse war, eine eigens erstellte Mappe angefertigt mit allen Informationen, die sie im Internet über mich gefunden hat. Ich war total gerührt. Und bei den Herzchen kam ich mir vor wie Justin Bieber :-).
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Ab wann hat Dich Dein Umfeld ernst genommen und Freunde / Bekannte / Familie Deiner Arbeit als Autor respektiert?
Mein Sohn hat das immer ernst genommen; zumal es ein Kinderbuch gibt, das ich für ihn geschrieben habe. Gute Freunde haben das ebenfalls immer erkannt, wie wichtig es mir war. Bei anderen Familienmitgliedern/Bekannten hat es gedauert, bis sich der Erfolg eingestellt hat.
Wie kommt Deine Familie damit klar, wenn Du über dem Schreiben alles um Dich herum vergessen kannst?
Da genieße ich volle Narrenfreiheit. Mit meinem Sohn lebe ich in einer Art „Männer-WG“ zusammen. Er zockt in seinem Zimmer (oder lernt gelegentlich), ich schreibe im Wohnzimmer. Und manchmal – spätestens zu den Essenszeiten – begegnet man sich.
Wie gehst Du mit negativer Kritik, schlechten Rezensionen um?
Ärgern, tief durchatmen, ärgern, noch einmal tief durchatmen … und dann die Rezension daraufhin durchforsten, ob sie etwas enthält, was mich bei einem folgenden Projekt weiterbringen kann. Es gibt solche negativen Rezensionen, die einem weiterhelfen; genauso wie es negative „Neid“-Rezensionen gibt, die man einfach vergessen sollte.
Der Beruf des Autors – Liebe und Leidenschaft oder kann man ihn mit dem täglichen zur Arbeit gehen vergleichen? Hast Du feste Schreibzeiten?
Spätestens gegen 14.30 sitze ich am Schreibtisch und arbeite. Dann auch gern mal bis 21 oder 22 Uhr. Allerdings nicht, weil ich Langschläfer bin, sondern weil ich meistens den Vormittag für andere sinnvolle Dinge reserviert habe – wie etwa ein beinah tägliches Sportprogramm. Denn immer nur am Schreibtisch zu sitzen, ist auf Dauer sehr ungesund.
Schriftsteller heute und früher – Was hat sich verändert? Wurden Autoren früher mehr geachtet?
Ich habe auch heute noch den Eindruck, dass Schriftsteller sehr geachtet werden. Insofern beklage ich mich nicht.
Wie gehst Du mit der Veränderung des Marktes um? Immer mehr Menschen meinen, ein Buch schreiben zu müssen. Sollte man als Autor eine „Lehre“ machen müssen, das Handwerk lernen oder soll weiterhin jeder schreiben, der sich dafür geeignet hält?
Jeder, der es versuchen möchte, soll es tun. Manche werden auf dem Weg scheitern und manche werden feststellen, wie schön es ist, ein Buch zu Ende zu schreiben. Das Handwerk ist dabei genauso wichtig, wie die Fantasie und die nötige Disziplin. Wie man dieses Handwerk erlernen kann, dafür muss jeder seinen eigenen Weg finden.
Die Sprache – schreiben wie man spricht, wenn möglich noch mit Dialekt, oder hochdeutsch? Verändert das Schreiben Deine Artikulation im täglichen Miteinander?
Hochdeutsch¬ – hoffe ich zumindest 🙂
Die zweite Frage kann ich nur mutmaßlich beantworten: Ich glaube es nicht.
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Wie wichtig erachtest Du soziale Netzwerke, wie gehst Du damit um?
Sehr, sehr wichtig. Mir helfen vor allem zahlreiche Kollegen. Besonders bei Fragen rund ums Selfpublishing, bei dem man ja allerlei Entscheidungen eigenständig treffen muss, die einem sonst ein Verlag abnimmt.
Messen und Conventions – als Dank für Lesertreue oder eher nur Stress? Was bringt es Dir persönlich, Kontakt mit Deinen Lesern zu haben?
Ich liebe es, Fans zu treffen. Vor allem auf der Leipziger Buchmesse. Deswegen habe ich 2015 nicht gezögert, mit anderen Autoren einen eigenen Stand auf die Beine zu stellen, was wir 2016 wiederholen werden (Lieblingsautoren).
Fans – wieviel Fan – Nähe erträgt ein Autor? Musstest Du schon einmal unbequeme Entscheidungen treffen?
Wie viel Nähe man als Autor erträgt, hängt wohl vom Charakter eines jeden Einzelnen ab. Bislang habe ich meine Fans ausschließlich als angenehme Zeitgenossen wahrgenommen und musste folglich noch nie eine unangenehme Entscheidung treffen.
Buchpreisbindung in Deutschland – gut oder nicht gut?
Sehr gut sogar. Ich hoffe, sie bleibt noch lange bestehen.
Illegale Downloads – wie sehr wirken sie sich aus? Wie würdest Du Fans gegenübertreten, von denen Du weißt, sie loben Deine Bücher, haben sie aber auf illegalem Weg bezogen?
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Kann ich nicht beurteilen. Ich vermute, die meisten Leser, die meine Bücher illegal downloaden, hätten sie ansonsten eh nicht gekauft. Doch natürlich bin ich naiv genug zu hoffen, dass der Anteil sehr klein ist und die meisten Leser wissen, dass sie mit einem illegalen Download dem Autor schaden. Würde ich mit einem solchen „Fan“ eine Grundsatzdiskussion anfangen? Wahrscheinlich nicht, weil mir dafür meine Zeit zu schade ist. Wer nicht bereit ist, die paar Euro, die meine Bücher kosten, auszugeben, wird sich auch kaum von Argumenten umstimmen lassen.
Was hältst Du von Aussagen wie „ mein Buch ist billiger als Dein Kaffee.“
Nichts 🙂 Man sollte ein einmaliges Genussgut wie Kaffee (oder die Kugel Eis) nicht mit einem Gut wie ein Buch vergleichen, das man wieder und wieder lesen kann und von dem man außerdem deutlich länger etwas hat.
Möchtest Du Deinen Lesern etwas mit auf den Weg geben? Gibt es etwas, das Du noch loswerden möchtest?
Danke, dass ihr mir die Chance gebt, meinen Traum zu leben 🙂 Ich weiß das sehr zu schätzen.
Danke für Deine Zeit, Marcus!
Gewinnt ein Print des Buches Im Auge des Mörders.
Teilnahme ab 18 Jahre und mit deutscher Postadresse! Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich 27.10.15.[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]
Hi und danke für das heutige Interview. Ich finde es immer toll auch etas über die Autoren, die hinterm Buch stecken, zu erfahren.
LG Ricarda;-)
Hallo ,
Tolles und sehr interessantes Interview 🙂 Vielen Dank .
Ich wünsche Dir schönen Tag 🙂
Liebe Grüße Margareta
Dankeschön für den interessanten Blogbeitrag und das tolle Interview.
Liebe Grüße,
Daniela
Huhu Britt,
wow, danke für das tolle und informative Interview.
Ich habe es richtig genossen, es zu lesen.
Das mit dem Mädchen aus der 3. Klasse war ja so süß zu lesen.
Klasse finde ich auch, das er das Fangeschenk gezeigt hat 😀
Lieben Gruß, Yvonne
Guten Abend,
ein sehr schönes Interview, Marcus Hünnebeck ein Autor, der Thriller, Komödien und Kindrbücher schreibt, das muss man erstmal drauf haben 😏 Ich kenne die Peter Stenzel- und Katharina Rosenberg Thriller und die Komödie Mein Nachbar und ich war die perfekte Urlaubslektüre. An den neuen Thriller ist wirklich schwer vorbeizukommen.
Tschüss und schönen Abend
Bettina
bettinahertz66@googlemail.com
Hallo,
ein tolles Interview, ich fand vor allem die Frage zu den illegalen Downloads sehr interessant 😀
LG
Hallo,
schönes Interview 🙂
LG
SaBine