Im Goodiebag der #LBC16 war das Buch Glück ist, wenn man trotzdem liebt von Petra Hülsmann. Ich hatte diesen Roman schon mehrfach in den Social Media gesehen. Als ich ihn ins Regal sortieren wollte, habe ich die ersten Seiten gelesen. Am Regal stehend. Irgendwann war ich auf Seite 105.
Isabelle hasst Veränderungen. Ihr Leben ist total durchgeplant. Jeder Tag zu jeder Zeit. Immer hat sie genau festgelegt, wann sie was tun wird. Ob es Besuche am Grab ihres Vaters sind, Sportkurse oder Besorgungen. Spontanität gibt es in ihrem Leben nicht. Als dann plötzlich mehrere Veränderungen eintreten, tut sie sich sehr schwer damit. Das Essen im neuen Restaurant ist so gar nicht nach ihrem Geschmack und der arrogante Koch geht ihr auf die Nerven. In die Welt ihrer Lieblingssoap kann sie auch nicht mehr flüchten und im Job gibt es ebenfalls Probleme. Ihre einst so heile und gut organisierte Welt ist ein einziges Chaos. Nichts ist mehr, wie es war. All ihre Konstanten sind weg. Einfach weg.
Anfangs fand ich Isabelle total nervig. Für mich war egoistisch und zickig. Später merkte ich beim Lesen, dass sie nur unsicher ist und mit Veränderungen schwer zurechtkommt. Allerdings änderte das nichts daran, dass sie immer noch sehr anstrengend war. Weitergelesen habe ich, weil ich wissen wollte, was aus Jens, dem Inhaber des Restaurants gegenüber vom Blumenladen, wird.
Durch den Kontakt zu Jens und seiner Schwester verändert sich Isabelle sehr. Sie beginnt, sich auf etwas einzulassen und ihren Waschtag einfach einmal zu verschieben. Für uns lächerlich, für Isabelle ein großer Schritt. Neben Jens tritt noch ein weiterer Mann in ihr Leben. Die junge Frau ist sich uneinig, macht es sich, Isabelle – typisch, aber auch unnötig schwer. Liebe auf Umwegen und mit vielen Hindernissen, die sich Isabelle selbst in den Weg stellt.
Jens war mir von Anfang an sehr sympathisch. Wie auch nicht. Ein Mann der so toll kochen kann! Er ist nicht auf den Mund gefallen und gibt Isabelle ordentlich Feuer, lässt sich ihre schrullige und nervige Art nicht gefallen.
Die Entwicklung von Isabelle ist das, was das Buch ausmacht. Von einer sehr nervigen, schon leicht psychotischen Frau wurde Isabelle zu einer liebenswerten jungen Frau, die genau weiß was sie will.
Petra Hülsmann erzählt eine Liebesgeschichte, in der das Paar es sich selbst schwer macht. Ich mochte die Freunde von Isabelle und Jens. Die Inhaberin der Kneipe auf dem Hamburger Kietz, der knallharte Taxifahrer mit dem weichen Herz und die pubertierende Schwester von Jens. Sie verhelfen dem Buch zu dem, was es ist – eine schöne Lovestory.
Erschienen bei Bastei Lübbe.
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