Nie habe ich verstanden, wie man freiwillig ein Weihnachtsbuch lesen kann, nur weil Weihnachten ist. Eine liebe Facebookfreundin wusste das nicht und schenkte mir Ein Geschenk von Bob von Jeames Bowen. Da lag es nun, das Weihnachstbuch, welches nicht wirklich Freude in mir hervor rief, als es ankam. Doch egal wo ich im Internet unterwegs war, überall verfolgte mich dieser süße braune Kater. Ok, überredet. Ich lese das Buch.
Und wie bin ich froh, es gelesen zu habe! Ein so wundervolle Weihnachtsgeschichte. Eine Geschichte, in der nicht alles nur harmonisch und friedvoll zugeht. Nein, es geht um das blanke Überleben! James Bowen erzählt von einem Leben, mit dem einzigen Sinn des Überlebens. Was kaufe ich morgen – Strom oder Gas? Kann ich heizen oder möchte ich lieber duschen? Kann ich überhaupt eines von beidem bezahlen? Wovon kaufe ich meiner Freundin ein Weihnachtsgeschenk? Alles Fragen, mit denen wir uns eher nicht auseinandersetzen müssen. Bei Wind und Wetter auf der Straße zu stehen und Zeitungen zu verkaufen, die man selbst kaufen muss, oder zu musizieren. Sicher hat James den Bonus seines Katers Bob. Doch hilft dieser auch nicht immer. James teilt auch gern das Wenige, was er hat. Als er von seinem wirklich sauer verdienten Geld so vielen Menschen eine kleine Weihnachtsüberraschung macht, war ich sehr berührt. Als Exjunkie schafft er es Tag für Tag sich über Wasser zu halten, kann sogar dem Lockruf der Sucht widerstehen.
Das Buch ist in einer leichten, lockeren Schreibweise verfasst. Ich hatte es nach ca. 2 Stunden durchgelesen und fühlte mich gut unterhalten. Trotz des kurzen Lesespaßes hofft man mit James mit und amüsiert sich sehr über Kater Bob. Es gelingt James Bowen, den Leser mit ins ein London zu nehmen, alles um sich herum zu vergessen. Eine wundervolle Geschichte um den eigentlichen Sinn von Weihnachten. Nicht, möglichst tolle und teure Geschenke zu machen, sondern in Gemütlichkeit und Frieden schöne Stunden zu verbringen. Mit Strom, mit Gas und einem Freund.
Erschienen bei Bastei Lübbe.
Gut verfasst, nur ist Bob ein Rottiger und nicht braun und der Autor heißt nicht Brown mit Nachnamen.