Autorin Bianca Iosivoni traf ich auf der Leipziger Buchmesse zum Interview. Die aus Hannover stammende Autorin schreibt schon seit früher Jugend. Nach ihrem Studium der Sozialwissenschaften arbeitete sie lange in einer Onlineredaktion. In der Anthologie 5 Jahre – 5 Geschichten wurde ihre Kurzgeschichte Bis der Tod uns vereint veröffentlicht. Mit dieser gehörte sie zu den Gewinnern des Schreibwettbewerbes zum 5. Jubiläum des Egmont LYX Verlages.
Wer sollte bei einer Buchverfilmung Deine Hauptcharaktere spielen? Welche ist Deine Lieblings – Hauptfigur? (Protagonist aus den eigenen Büchern)
Aiden aus Hunter 2 Vertrauen. Nachdem ich meine Coverwünsche beschreiben durfte, hatte er große Ähnlichkeit mit Ian Sommerhalder. Er könnte sein Bruder sein.
Mit welchem deiner männlichen Protagonisten hättest du gerne mal ein Date?
Logan aus Hunter 3 Vergessen. Er ist so ein lustiger, lockerer Typ, während Adam und Aiden aus Teil 1 und 2 ernster und verschlossener sind.
Welche Eigenschaft der Protagonisten mag man als Autor so gar nicht?
Wenn sie plötzlich Dinge tun, die gar nicht geplant waren. Es endet für das Buch meistens positiv, aber als Autor sitzt man da und denkt sich „Was? Das sollte so aber nicht passieren.“
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Lässt Du sich die Geschichte entwickeln oder schreibst Du ganz akkurat nach dem ausgearbeiteten Plot?
Ich habe einen roten Faden und versuche mich an das Exposé zu halten, das ich dem Verlag geschickt habe. Das Endprodukt weicht immer etwas vom Exposé ab, da sich vieles anders gestaltet beim Schreiben. Charaktere entwickeln gern ein Eigenleben. Da gibt es zum Beispiel plötzlich fast einen Kuss, der so nicht vorgesehen war. Wenn gerade die passende Musik läuft, dann passiert so etwas.
Was ist das Schlimmste am Schreiben? Der Plot oder das Ausarbeiten und den Plot zu einer Geschichte schreiben?
Das Ausarbeiten. Wenn ich zigmal Stellen ändern muss, weil irgendetwas nicht passt und ich komplette Szenen neu schreiben muss.
Wieviel Realität steckt in deinen Büchern? Verarbeitest Du gute und schlechte Erlebnisse darin oder alles Fiktion?
Alles draußen lassen geht nicht. Wenn man schreibt, fließt immer etwas von einem selbst mit rein. Es passiert mir nicht bewusst, dass ich mir einen Streit zum Beispiel als Vorlage nehme. Ich denke, man kann es nicht verhindern, dass gewisse Grundzüge von mir oder Emotionen mit in das Buch fließen.
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Wo kommen Dir die Ideen zu Deinen Geschichten? Woher das Aussehen der Personen? Pure Fantasie oder Fanmodus von Schauspielern, Bands etc.? Welchen?
Ideen bekomme ich durch alles um mich herum. Sehr viel durch Musik. Da mag ich alles von Pop Rock bis hin zu epischer Filmmusik. Es darf auch gern mal Hardrock sein oder für die Hunters auch Techno. Da brauche ich schnellere und härtere Beats zum Schreiben. Das ist so unterschiedlich mit den Ideen und Gedanken. Manchmal reicht es mir ein Lied zu hören und ich habe den kompletten Plot für eine Geschichte oder für eine Szene. Das passiert natürlich immer gern zu den ungünstigsten Zeiten; unter Dusche, unterwegs. Zum Glück kann ich mir das meistens immer alles merken.
Kennst Du Schreibblockaden? Wenn ja, was tust Du dagegen?
Zum Glück kenne ich sie nicht. Bisher hatte ich nur manchmal Schwierigkeiten, wieder in den Schreibfluss zu finden. Ich habe festgestellt, das Schreiben kann man mit Sport vergleichen. Je öfter und je regelmäßiger ich es mache, desto besser geht es mir von der Hand. Gerade nach längeren Pausen komme ich schwer wieder rein. Da hilft nur weiterschreiben. Es ist dann nicht gut, aber irgendwann hat man einen kleinen Durchbruch und es ist wieder lesbar was man schreibt.
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Was steht auf dem Schreibtisch, während Du arbeitest? Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse?
Tee, Kaffee, Cola, Wasser; Getränke immer. Meistens welche mit Koffein.
Prokrastinieren – Facebook und co. oder lässt Du Dich nicht ablenken? Ist Prokrastination sogar wichtig?
Furchtbar! Facebook ist ein ganz schlimmer Zeitfresser! Ich versuche es mir abzugewöhnen. Während eines Schreiburlaubs in Irland mit einer Kollegin hatten wir kein Internet. Es war toll! Wir haben sehr viel geschafft.
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Lektorat – Bist Du manchmal anderer Meinung wie der Lektor? Wie schnell werdet ihr euch einig?
Nach Gesprächen bin ich meist derselben Meinung wie mein Lektor. Ich habe die gute Eigenschaft, kritikfähig zu sein. Es tut zwar weh, wenn ich etwas löschen muss, aber manchmal ist es halt so. Einige Sachen diskutiere ich auch aus, weil ich mir etwas dabei gedacht habe, warum und wieso ich etwas genau so und nicht anders schreibe. Wenn wir darüber gesprochen haben, geht es auch in Ordnung.
Hattest Du ein peinliches oder lustiges Erlebnis auf einer Lesung?
Ich hatte bisher erst eine Lesung. Eine Wohnzimmerlesung in Leipzig. Ich las als zweite und wenige Minuten bevor ich fertig war (beim vorletzten Satz) klingelte der Pizzabote.
Ab wann hat Dich Dein Umfeld ernst genommen und Freunde / Bekannte / Familie Deiner Arbeit als Autor respektiert?
Sehr positiv! Ich musste es sehr schnell offiziell machen, das ich schreibe. Bei dem Wettbewerb zum 5. Jubiläum des Egmont LYX Verlages landete ich unter den Top 20, wo dann abgestimmt werden konnte. Ich bekomme viel Unterstützung durch meine Familie.
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Wie kommt Deine Familie damit klar, wenn Du über dem Schreiben alles um Dich herum vergessen hast?
Da ich nicht mehr zu Hause wohne kommt dies selten vor. Es wird akzeptiert und ist kein Problem.
Wie gehst Du mit negativer Kritik, schlechten Rezensionen um?
Man muss damit leben. Mir persönlich hat die Kritik einer Betaleserin einmal so richtig den Tag versaut. Wenn ich darüber nachgedacht habe, versuche ich etwas Positives aus der Kritik zu ziehen.
Der Beruf des Autors – Liebe und Leidenschaft oder kann man ihn mit dem täglichen zur Arbeit gehen vergleichen? Hast Du feste Schreibzeiten?
Es wäre toll, wenn ich so diszipliniert wäre für feste Schreibzeiten. Es ist Fluch und Segen zugleich. Ich liebe es, schreibe total gern. Wenn ich einige Zeit nicht schreibe, dann werde ich unleidlich. Für meine Mitmenschen nicht angenehm.
Schriftsteller heute und früher – Was hat sich verändert? Wurden Autoren früher mehr geachtet? Wie gehst Du mit der Veränderung des Marktes um? Immer mehr Menschen meinen, ein Buch schreiben zu müssen. Sollte man als Autor eine „Lehre“ machen müssen, das Handwerk lernen oder soll weiterhin jeder schreiben, der sich dafür geeignet hält?
Durch die Möglichkeit des Selfpublishing kann heutzutage jeder Autor sein. Der Beruf des Autors ist nicht geschützt. Es reicht nicht Talent zu haben. Zum Schreiben gehört viel Handwerk, das man auch lernen sollte. Ich habe viele Schreibratgeber. Nicht alle gelesen, aber ich versuche, das was ich bisher gelernt habe umzusetzen und habe und nutze die Möglichkeit, mir Hilfe zu holen, Wissen anzueignen.
Die Sprache – schreiben wie man spricht, wenn möglich noch mit Dialekt, oder hochdeutsch? Verändert das Schreiben Deine Artikulation im täglichen Miteinander?
Das kommt immer darauf an, wo der Handlungsort von einem Buch liegt. Spielt es in Österreich, dann dürfen da ruhig ein paar österreichische Begriffe vorkommen. Spielt es in Deutschland, dann sollte es auch hochdeutsch sein. Ob sich meine persönliche Sprache verändert hat kann ich nicht sagen.
Anmerkung: Die Autorin hat eine sehr angenehme Stimme und spricht hochdeutsch.
Wie wichtig erachtest Du soziale Netzwerke, wie gehst Du damit um?
Sehr wichtig! Nicht nur in der Beziehung Autor – Leser, sondern auch Autor – Autor. Es gibt mir die Möglichkeit, mich mit so vielen Menschen zu vernetzen, viele Blogger, Autoren und Bücherliebhaber kennenzulernen. Man kann viel voneinander lernen und sich unterstützen, was ohne diese Netzwerke nicht möglich wäre. Toll ist auch der Leserkontakt. Ich bin selbst Leserin und es begeistert mich, wenn eine Autorin, die ich gut finde, auf Facebook oder Instagram etwas postet. Man fühlt sich ihnen gleich viel näher.
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Messen und Conventions – als Dank für Lesertreue oder eher nur Stress? Was bringt es Dir persönlich, Kontakt mit Deinen Lesern zu haben?
Es findet definitiv mehr Austausch statt. Die Kontakte, die man online geknüpft hat, stärken sich, wenn man sich persönlich trifft. Was genau diese Begegnungen und Veranstaltungen für meine Bücher bedeuten, kann ich noch nicht sagen. Es macht mir großen Spaß, mich über Bücher auszutauschen. Nicht nur meine, sondern generell.
Fans – wieviel Fan – Nähe erträgt ein Autor? Musstest Du schon einmal unbequeme Entscheidungen treffen?
Eine schwere Frage. Manchmal werden aus Lesern Freunde. Sollte es ein Fan zu privat werden oder ich mich nicht wohl fühlen, dann würde ich Abstand suchen. Selbst bei einer Freundschaft zu Fans sollte das Privatleben des Autors respektiert werden.
Buchpreisbindung in Deutschland – gut oder nicht gut?
Über dieses Thema kann man stundenlang diskutieren. Für die Buchhandlungen, die durch den Onlinemarkt immer mehr unter Druck geraten, ist es gut, da man überall den gleichen Preis hat. Andererseits ist es ein Eingriff in den Markt, wo es um Nachfrage und Angebot geht. Ich bin weder dafür noch dagegen, da beide Seiten schlüssige Argumente haben.
Illegale Downloads – wie sehr wirken sie sich aus? Wie würdest Du Fans gegenübertreten, von denen Du weißt, sie loben Deine Bücher, haben sie aber auf illegalem Weg bezogen?
Es tut weh. Gerade wenn ich höre, dass jemand unveröffentlichte Manuskripte zum Download bereitgestellt hat. Für einen Autor der Horror. Vielleicht kauft ja der Leser, der ein Buch illegal bezogen hat, das nächste Buch dann. Menschen werden älter und reifer. Vielleicht ist das auch nur Wunschdenken.
Was hältst Du von Aussagen wie „ mein Buch ist billiger als Dein Kaffee.“?
Anfangs fand ich es ein gutes Werbemittel. Mittlerweile klingt es schon fast wie ein Vorwurf. Ich persönlich würde diesen Slogan für meine Bücher nicht nutzen.
Möchtest Du Deinen Lesern etwas mit auf den Weg geben? Gibt es etwas, das Du noch loswerden möchtest?
Ich freue mich sehr auf die LoveLetter Convention. Hunters 2 sind im Februar erschienen und Hunters 3 erscheinen wahrscheinlich im September.
Lieben Dank Bianca, für das Interview und Deine Zeit![/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]
Hallo
Ein tolles Interview, super informativ. Jetzt bin ich noch trauriger das ich nicht zur LLC fahren werde, diese Autorin hätte ich gerne kennen gelernt
Lieber Gruß Sabine