Zwischenzeitlich hatten sich die Wogen etwas geglättet, die Noten von Julian wurden besser.

Bei der Vergabe der Notendurchschnitte an die Eltern muss aufgefallen sein, dass seine Noten besser geworden sind. Das konnte man ja unmöglich zulassen. Plötzlich hagelte es eine schlechte Note nach der anderen. Gewissenhaft erledigte, aber leider falsch gemachte, Hausaufgaben wurden mit Note 5 benotet.

Mein Sohn hatte als HA auf 6 verschiedene Schrägbilder eines Quaders zu zeichnen. Hat er mühevoll getan, sogar sauber und ordentlich.

Note 5

Weil: Diese 6 Schrägbilder sollten alle rechts-gerichtet sein (mein Sohn hat 3 nach rechts und 3 nach links, weil ja 6 verschiedene) und die Tiefe kalkuliert. Wie auch immer das mit der kalkulierten Tiefe gemeint sein soll, sei mal dahingestellt. Auch der tiefere Sinn von 6 Schrägbildern, da ja gegenüberliegende Seiten immer gleich sind bei einem Quader. Abmessungen waren keine vorgegeben.

Mein Text unter diese Benotung:

Würde es nicht mehr Sinn machen, dem Kind seine Fehler aufzuzeigen und zu erklären, wie es richtig wäre? Dieser Note wiederspreche ich.

Reaktion der Lehrerin: Die Note bleibt und man soll doch nicht gegen etwas klagen, was man eh nicht gewinnen kann. Das haben schon so viele Eltern versucht und nichts erreicht.
Das natürlich mal wieder vor versammelter Klasse.

Sie fühlt sich sehr sicher, was sie ja nach meinen Erfahrungen auch tun kann. Es gab und gibt immer wieder mal vereinzelt Eltern, die sich wegen ihr beschweren, nur interessiert das keinen.

Auf meine Nachfrage, ob es statt der schlechten Benotung nicht Sinn mache, dem Kind seinen Fehler zu erklären und das ich dieser Note widerspreche, kommentierte die Mathelehrerin wie folgt: Man soll nichts anklagen, was man nicht gewinnen kann. Das hätten schon viele Eltern versucht.Diese Aussage natürlich wieder vor versammelter Klasse. Julian tut es weh, wenn so über seine Mutter gesprochen wird. Die Note bleibt natürlich.http://die-schulzeit.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif

 

Durch die Angst etwas falsch zu machen, macht mein Sohn natürlich erst recht Fehler. Hausaufgaben werden unvollständige abgeschrieben, Arbeiten gehen verloren oder Flüchtigkeitsfehler in Test.

 

Ich wollte ihn schon gleich zu Beginn dieses ganzen Theaters umschulen, doch hatte er solche Angst, es könnte an der nächsten Schule auch so sein. Sollte er diese Klasse nicht schaffen und wiederholen müssen, wird er auf jeden Fall umgeschult.

 

Es tut weh, seinem Kind nicht helfen zu können.

 

 [/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]