Was für andere das WGT, Mera Luna oder Wacken ist für mich die Buchmesse. Nur Bücherwürmer können verstehen, warum man bereit ist, sich für eine Signierung oder ein Foto mit einem Autor stundenlang anzustellen und warum man sich bei einer Lesung auch mal eine Stunde nur in den Gang stellt, um überhaupt dabei sein zu können. Oder warum man gelegentlich vor Ehrfurcht erstarrt, wenn ein Autor des Weges kommt und total Herzklopfen bekommt, weil die lang ersehnte Lesung endlich losgeht.
Um den ganzen Eindrücken gerecht zu werden, habe ich mich zu zwei Posts entschlossen. Donnerstag und Freitag und einen für Samstag und Sonntag. Wobei Freitag und Samstag die beiden Tage sind, wo am meisten passiert ist. Schon Mittwoch in Leipzig angekommen konnte es Donnerstag früh gleich losgehen. Nachdem ich in der Pressestelle noch ein paar Informationen bekommen hatte beschloss ich, in Halle 1 anzufangen und mich langsam von Halle zu Halle treiben zu lassen. Halle 1 war dieses Jahr ganz im Zeichen der Mangas und Comics. Nach ein wenig gucken ging ich in Halle 2. Überall Stände von Verlagen, deren Mitarbeiter alle mehr oder weniger die Möglichkeit nutzten, sich mit Kollegen und Autoren auszutauschen. So war es überall in jeder Halle. Ich deckte mich mit Leseproben ein und verließ die Messe gegen 17.00 Uhr.
Freitag hatte ich dann schon einiges an Terminen. Um 11.00 Uhr war eine Veranstaltung mit dem Thema Neue Vorbilder, andere Geschichten – Holen die Jungen auf? Diese Veranstaltung war für mich am Thema vorbei. Anstatt wirklich Tipps für Jungen zu bekommen oder Tipps, wie Eltern ihre Jungen zum Lesen bekommen, wurde mehr oder weniger nur über einen Blog geredet und mit einer Lehrerin, wie sie es an ihrer Schule handhabt. Für Eltern oder andere interessierte hatte diese Veranstaltung wenig Wert. Vertane Zeit für mich. Mein Sohn liest gern und viel, aber Lesetipps in Form von Büchern etc. gab es keine.
Dann etwas essen und ab zum Iron – Buchblogger – Treffen. Ich bin selbst kein Iron – Blogger, überlege aber Mitglied zu werden. Die Iron- Buchblogger bauen auf das System der Iron – Blogger auf. Aufgenommen werden kann jeder Blogger. Man verpflichtet sich, wenigstens einen Post in der Woche online zu stellen. Schafft man dies nicht, zahlt man 1,00 € in die Gruppenkasse. Ich bin am Überlegen, ob das etwas für mich wäre. Den Anreiz mit dem Euro brauche ich nicht, da ich sowieso mehr als einen Post jede Woche online stelle. Jedoch ist so ein Sammelpunkt für Blogs immer nett. Bei diesem Treffen habe ich zum erstem Mal Cornelia life getroffen. Auch viele andere Blogger, die ich sonst nur von Facebook und durch ihre Blogs kenne. Es war toll.
Da ich im Anschluss nichts Konkretes geplant hatte ging ich mit Cornelia zur Lesung von Autor Dan Wells. Statt gelesen hat er uns aus seiner neuen Reihe Fragmente und deren erstem Band Partials erzählt. Interessant waren auch die Einblicke, die er uns in seinen Alltag als Autor gegeben hat. Wir haben viel gelacht. Schön war, dass die Zuhörer alle englisch verstanden und keine Zeit durch Übersetzungen verloren ging. Sehr gelacht habe ich bei seiner Erzählung über seine Tochter. Sie kommt oft zu ihm mit einer tollen Idee für ein Buch oder eine Szene in einem Buch. Nachdem sie ihm davon erzählt hat fragt sie ihn, ob er diese denn bitte ihrer Lieblingsautorin schicken kann.
Von dort flitzen wir zum Blog´n Talk von Random House. Darauf hatten wir uns sehr gefreut. Es war nett, aber irgendwie schlecht durchdacht. Von Vorteil wäre gewesen, wenn die Autoren nicht nur als Autor zu erkennen gewesen wären, sondern auch Namensschilder getragen hätten. Das hätte einigen so manche Peinlichkeit erspart. Einige Autoren waren clever und hielten dann ihr Buch vor sich, so dass man wusste, ob man eventuell Interesse an einem Gespräch hat oder ob das Buch so gar nicht in die eigenen Lesegewohnheiten passt. Die einzige Autorin die ich erkannte war Zoe Beck. Das Treffen fand am Stand von Random House statt und verteilte sich quer über den Gang. Mitten drin andere Besucher, es war alles sehr unübersichtlich und verwirrend. So ergab es sich, dass irgendwann die Autoren untereinander Gespräche führten und die Blogger sich miteinander unterhielten, da zumindest diese Namensschilder hatten. Auch hier war es toll, Blogger einmal persönlich kennenzulernen.
Dort hatte ich eine Bekannte aus dem realen Leben getroffen. Sie und ihre Freundin sind beide auch Blogger. Nach einigem Überlegen entschlossen wir uns, zu einem kleinen Theater zu fahren zu einer Lesung von Dan Wells und Markus Heitz. Ich muss gestehen, ich kannte Dan Wells bis zum Nachmittag gar nicht. Das Lesen übernahm eine Schauspielerin, da der Autor kein deutsch spricht bzw. nur wenige Worte. Das Buch klang schon am Nachmittag interessant und so wie ich Zeit dafür haben werde, kommt es in unser Bücherregal.
Im Anschluss las Markus Heitz aus seinem neuen Roman Tobender Sturm, dem 4. Band seiner Reihe Die Legenden von Albae gelesen und erzählt. Ich kenne einige seiner Bücher, nur auf einer Lesung war ich leider bisher nicht. Mich hat er total begeistert. Seine Art aus seinem Buch zu lesen ist bemerkenswert. Er lebt die Geschichte. Es war toll, Klasse, super – einfach perfekt. Auch das Ambiente in dem kleinen Theater passte total zur Stimmung einer Lesung.
Gegen 21.00 Uhr war dieser Messetag dann zu Ende und ich war zwar total erledigt, aber glücklich. Im Anschluss noch in paar Bilder.
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