Viele Kinder würden leider nie freiwillig ein Buch zur Hand nehmen

Immer wieder beklagen sich Eltern, dass ihr Nachwuchs nicht lesen möchte. Warum das so ist und wie den Kindern Bücher näherbringen kann – diesen Fragen bin ich nachgegangen. Gern würde ich DAS Rezept vermitteln, damit alle Kinder und Jugendliche gern lesen. Ich habe dieses Rezept nicht. Aber ein paar Gedanken, wie man Bücher von klein auf in den Alltag integriert oder Teenager dazu bringt, etwas zu lesen.

Mein Sohn ist 16 Jahre jung und liest sehr gern. Für ihn gehören Bücher zu seinem Alltag, er liebt sein vollgestopftes Bücherregal. Schon als er noch ein Baby war, habe ich ihm vorgelesen. Nicht, um ihm irgendwelchen Input zu geben, sondern weil er einfach nicht alleine sein wollte, bis er eingeschlafen war. Ich las ihm einfach aus dem Buch vor, welches ich gerade gelesen hatte. Der Herr der Ringe, Die Gilde der schwarzen Magier oder Maggie Furey. Möglich, dass seine Liebe zur Fantasy daher rührt 😉 .

Später schauten wir oft und viel Bilderbücher an mit ihm. Wimmelbücher sind absolut zu empfehlen! Auch Pop Up Bücher liebte er. Immer gab es etwas zu entdecken. Abends vor dem Schlafen, gemeinsam ins Bett gekuschelt, gab es immer noch eine Geschichte. Das Buch durfte er selbst aussuchen. Meistens war es ein Buch von Bob Baumeister, Winnie the Pooh oder Felix. Das Buch “Weißt Du eigentlich, wie lieb ich Dich habe” war eines seiner Lieblingsbücher.

In den ersten Schuljahren lasen wir ihm aus den Leselöwen, Leseraben etc. vor. Immer öfter kam abends der Satz “Heute lese ich euch etwas vor”. So süß! Und so stolz! Alles, was ihm an Buchstaben begegnete las er uns vor. Schilder im Supermarkt, Straßennamen……alles. Sicher erfordert es oft eine Menge Geduld, bis ein Erstklässler alle Schilder im Supermarkt entziffert hat. Aber die Zeit muss man sich einfach nehmen. Noch dazu, wenn das Kind ein Stotterproblem hatte.

Es folgten das Tiger Team, die drei Fragezeichen und das magische Baumhaus.

Irgendwann wurden sie abgelöst von Cassandra Clare, Rick Rhiordan, Derek Landy und einigen Dystopien abgelöst. Diese Genre liest er immer noch.

Mein Sohn liebt seine PlayStation, seid WiU und Netflix. Aber abends im Bett liest er. Von allein. Weil er es möchte. Nicht jeden Abend, aber fast. Oder im Urlaub, auf langen Fahrten.

Eines der Regale von meinem Sohn

Eines der Regale von meinem Sohn

Würde ich einen Teenager dazu bringen wollen zu lesen, würde ich mit Zeitschriften anfangen. Oder Mangas. Um lesen zu können muss man in der Lage sein, abzuschalten. Man kann sich nicht auf ein Buch konzentrieren, wenn im Kopf die Gedanken kreisen. Zu vielen TV Serien und gerade zu vielen Animies gibt es Bücher. Jemand, der nie ein Buch liest, wird mit einem 30o Seiten Buch überfordert sein. Also sollte man Lesestoff anbieten, der schnell und leicht zu bewältigen ist.

Meiner Meinung nach sollte schon im Kleinkindalter viel mehr auf Bücher eingegangen werden. In vielen Kindergärten gibt es Büchertage. Warum nicht überall? Nur wer richtig und gut lesen kann wird in der Lage sein, den Inhalt seiner Schulbücher auch zu erfassen, ohne sich zu sehr auf das Lesen konzentrieren und sich dabei anstrengen zu müssen.

In der Grundschule meines Sohnes gab es eine kleine Schulbücherei. Nur wenige Kinder haben sich Bücher geliehen.

Kinder sollten mit Büchern groß werden. Es müssen nicht die klassischen Bücher sein. Ein Tablet und ein E-Book Reader sind viel interessanter und ein schneller Weg, sich Informationen zu besorgen – lesend.