Vor ein paar Jahren schon gab es Shops, die haben Mails und Aufrufe auf Facebook verschickt und Blogger darum gebeten, doch bitte ein Produkt und den Shop vorzustellen. Wohlgemerkt ein Produkt, welches dem Blogger nicht zur Verfügung stand und einen Shop, den er nicht kennt. Wer so etwas macht ist doch ein netter Blogger, nicht wahr? So völlig selbstlos eine Shopvorstellung zu machen. Besonders liebenswert ist es noch, wenn ein paar Backlinks im Fließtext vorhanden sind. Hach, wie muss sich doch der Shop ins Fäustchen lachen. Wer jetzt fragt, was denn der Schreiber einer solchen Vorstellung bekommt – gar nichts. Obwohl, eine Kleinigkeit bekommt er doch. Und zwar die außerordentlich große Ehre an einem Gewinnspiel teilnehmen zu dürfen. Das ist doch nett.

Davon ausgehend das eine solche Shopvorstellung einige Zeit in Anspruch nimmt und dem Blogger auch Fantasie abverlangt (er kennt ja das Produkt nicht) sowie aus wenigstens 400 Wörtern bestehen sollte, finde ich es sehr dreist von einem Shop, eine solche Ausschreibung zu machen. Leider finden sich immer wieder Blogger, die sich auf diese Art ausnutzen lassen. Ich nenne sie liebevoll Blümchenblogger, die in solchen Sachen leider naiv sind und wirklich glauben, sie würden etwas für ihre Mühe bekommen. Werdet wach! Ihr bekommt gar nichts dafür! Ihr macht kostenlose Werbung, die den Shop sonst einige tausend Euro kosten würde! Für nichts und wieder nichts! Wenn möglich noch mit einer Verteilung auf Facebook, Google+ und Twitter, um für ein bisschen Reichweite zu sorgen.

Besonders nett finde ich bei solchen Aufrufen per Mail auch die nette Form der Anschreiben. „Hallo Blogger“ oder „Liebe Blogger/ innen“. Also, ich habe keine Schwierigkeiten mich einem Geschlecht zuzuordnen und bin da auch nicht unentschlossen. Aus meiner Mailadresse geht auch eindeutig hervor das ich weiblich bin. Somit könnte man sich für „Liebe Bloggerin“ entscheiden. Wenn sich allerdings jemand die Mühe macht meine Mailadresse zu bekommen – dies ist nicht die aus dem Impressum – dann darf er mich auch mit meinem Namen ansprechen. Ich würde nie auf die Idee kommen als Anrede in einem Anschreiben „Lieber Shopmitarbeiter“ zu verwenden. Seien wir mal ehrlich, hätte der Shop dann noch Interesse an einer Zusammenarbeit? Wir Blogger jedoch sollen uns alles gefallen lassen“ Für ein „hey Du“ und rein gar nichts als kleine Entlohnung kostenlos Werbung machen? Liebe Shops, ich möchte bei manchen gar nicht wissen, für wie blöd ihr die Blogger haltet.

Liebe Blogger, wenn ihr Produkt- und Shopvorstellungen machen wollt, dann schreibt einen Shop an, stellt euch und euren Blog vor. Nicht als Roman, denn diese Mails lesen die Mitarbeiter der Shops während ihrer Arbeitszeit. Wenn ihr Glück habt bekommt ihr das gewünschte Produkt. So habt ihr für eure Mühe das Produkt und der Shop eine objektive Meinung über das Produkt und seinen Onlineshop. Aber bitte, bitte, bitte kommt solchen Aufrufen nicht nach!!!

So als Nachtrag: ich stelle ab und an auch Produkte vor. Einfach weil sie mich überzeugt haben!