Während sich auf Facebook Posts wie „zum Glück ist das Jahr endlich um“ oder „es kann nur besser werden“ häufen, stelle ich mir mehr und mehr die Frage: Ist es allgemein so, dass der Mensch sich nur an alles Schlechte erinnert oder ist es eine Mentalität der Deutschen? Kenne ich vielleicht auch zu viele negativ eingestellte Menschen? War wirklich alles nur schlecht? Es muss doch auch schöne Erlebnisse gegeben haben.

Wir müssen alle unser Päckchen tragen, wie man so schön sagt. Ein wirklich sorgenfreies Leben hat bestimmt keiner von uns. Es kommt immer darauf an, wie man damit umgeht und vor allem, aus einem scheinbar ausweglosen schwarzem Loch wieder herauszufinden. Schafft man es nicht alleine, sollte man sich eingestehen, Hilfe zu benötigen. Oft tut es schon gut, sich einfach mal bei jemandem auszuheulen. Jammern hilft. Man muss nicht immer nur stark sein. Aber in Maßen. Nur jammern macht krank, nervt andere und ändert nichts an dem Problem. Reden ist überhaupt das wichtigste Mittel der Kommunikation überhaupt, finde ich. Was bringt es, sich über jemanden zu ärgern, wenn derjenige es nicht weiß? Also raus damit. Zugegeben, ich bin da oft etwas impulsiv 😉

Mein Jahr 2015

Lasse ich das Arschloch Krebs, der mir auch in diesem Jahr wieder Familienangehörige, Freunde und Haustiere genommen hat, außen vor, dann war mein Jahr 2015 ein gutes Jahr.
Beruflich geht es voran, Projekte lernen laufen und ich habe viele Menschen kennengelernt. Einige begleiten mich schon über einen längeren Zeitraum, andere kamen neu hinzu. Es entwickeln sich neue Geschäftsbeziehungen. Unter Freunden nicht ungefährlich, aber wer nicht wagt….

Mittlerweile schaffe ich es auch, wenigstens ab und an einen geregelten Tagesablauf zu haben. Ich tu mich immer schwer damit, Arbeit auch einmal einfach abzugeben. Aber es funktioniert.

Was war gut an 2015?

Familie. Messen und Conventions! Ich habe Barry Cunningham getroffen! Absolutes Fangirling! Viele, viele neue Gesichter, viele Gespräche und auch sehr viel Spaß!
Kein neues Gesicht, aber in besonderer Erinnerung wird mir Autorin Aileen P. Roberts bleiben. Wir lernten uns 2013 auf der LoveLetter Convention in Berlin kennen und hatten immer mal wieder Kontakt über Facebook oder Blogtouren. Während der Leipziger Buchmesse haben wir uns jeden Tag getroffen, manche Tage mehrfach. Es war toll, sich spontan zusammen zu telefonieren, sie Lesern vorzustellen, die ganz andächtig und begeistert zu ihr aufschauten. Damals hatte ich keine Ahnung, dass wir uns nie wieder sehen werden. Auch Ende November noch nicht, als wir auf Facebook Späße machten, weil sie einem ihrer Protagonisten die falsche Frau gab; nach meiner Meinung ;). Wenige Tage später ist sie gestorben. Mich hat ihr Tod ziemlich umgehauen. Er hat mir gezeigt, wie wichtig Familie ist. Wie wichtig es ist, sich auch regelmäßig bei Freunden zu melden und nicht nur ab und zu mal. Es kann so schnell vorbei sein. Sicher fragen sich jetzt einige, warum ich das unter den guten Dingen aus 2015 aufführe. Weil Aileen ein besonderer Mensch war und diese Erinnerung eine schöne und für mich persönlich eine besondere ist.

Betreute ich mit Authors Assistant 2014 fast ausschließlich englischsprachige Autoren, kamen 2015 einige deutsche Autoren auf mich zu. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn es fällt vielen schwer, einen Teil ihres „Selbst“ abzugeben. Doch es funktioniert. Sogar sehr gut. Ich liebe meinen Job und alles, was sich drum herum entwickelt.

Ein besonders schönes Erlebnis war ein Konzert. A night to remember wurde zu a night to remember.

Ich war dieses Jahr das erste Mal in Hamburg! Ein schönes Essen mit einer sehr lieben Autorin, eine Hafenrundfahrt, eine Tour durch diverse Locations auf der Reeperbahn (auch durch eine Dildofabrik 😉 ) waren dort meine Highlights. Ich werde Hamburg ganz sicher noch öfter besuchen!

Ella! Mein kleine süße Knallerbse! Jetzt 5 Monate jung und mein Sonnenschein, wenn mal alles dunkel ist.

Die schlechten Dinge aus 2015 habe ich nicht vergessen, aber sie sind passiert, gehen nicht zu ändern. Nach vorn schauen, zurück gibt als Erinnerung.

Vor wenigen Tagen fragte mich jemand, was ich mir wünschen würde, wenn ich drei Wünsche frei hätte. Ich war erstaunt, dass ich gar nicht lange überlegen musste.

1.) Gesundheit. Chronisch krank ist oft echt ein Handicap.
2.) Mein Job mich weiter voran bringt.
3.) Ein vielleicht ungewöhnlicher Wunsch, aber ich würde mir wirklich wünschen, das manche einfach etwas mehr nachdenken, ehe sie Dinge tun, die man nicht ungeschehen machen kann. Dinge, die andere verletzten.

Zusammengefasst war das Jahr 2015 ein gutes Jahr. Ich habe überlegt, einige mir lieb gewordene Menschen namentlich aufzuführen, habe aber Angst, jemanden zu vergessen. Daher alles Liebe in die USA, nach England, in die Schweiz, nach Österreich und an ganz Viele hier in Deutschland.

Es ist schön, euch zu haben. Mit euch zu diskutieren, zu brainstormen, zu feiern und Spaß zu haben.

Auf ein schönes Jahr 2016! Wartet nicht darauf, dass alles besser wird! Macht es besser! Es ist euer Leben! Das Leben kann auch schöns ein!