Meine Überschrift beantworte ich mit einem klaren ja. Ursprünglich sollte dieser Post mit „Ich bin sauer, stinksauer, mega sauer“ beginnen. Aber das trifft es nicht richtig. Ich bin enttäuscht, sehr enttäuscht und von mir selber noch viel mehr. War ich blauäugig. Ja, ich bedauere mich selber. Mein gesamtes Weltbild was Autoren betrifft ist ziemlich ins Wanken geraten. Die Geschichte ist nicht frei erfunden, Gleichheiten in Bezug auf dem Leser bekannte Personen sind aber zufällig und nicht von mir beabsichtigt.

Vor einiger Zeit gab es ein ziemliches Theater wegen den Platzierungen von eBooks auf Amazon. Da ging es auf verschiedenen Plattformen ziemlich zur Sache. Nett ist anders. Wenn es um Rankinglisten geht, sind auch Autoren keine Freunde mehr. Verständlich, wenn jemand linke Dinger dreht und seine Bücher pusht. Scheinbar scheint dieses aber auch auf anderen Verkaufsplattformen für Bücher sehr gut zu funktionieren. 

Fast jedem der Buchbesprechungen schreibt, wurde schon Geld oder Gutscheine für Gefälligkeitsrezensionen geboten. Ich nehme mich davon nicht aus. So verlockend ein 50,00 € Gutschein für Amazon auch sein mag, einmal angenommen kommt man aus der Nummer nicht mehr raus und ist erpressbar; vom schlechten Gewissen ganz zu schweigen. Ich habe bisher  abgelehnt und lese kein einziges Buch solcher Autoren mehr. Gute Rezensionen bringen aber noch kein gutes Ranking. Also muss man sich da anders helfen.

Der Autor weiht Freunde und Bekannte in seine Pläne ein, berühmt werden zu wollen. Freunde und Bekannte gönnen ihm das natürlich von Herzen und versprechen Unterstützung jeglicher Art. So gibt man Einigen etwas Geld in die Hand und bittet, das verfasste Buch zu kaufen und Gleichgesinnte zu suchen. Anhänger zu finden ist in den Social Media nicht schwer. Wer kauft nicht gerne Bücher und bekommt dafür noch das Geld erstattet? Klingt gut. Hinzuzufügen sei, das Buch konnte und sollte nur in einem bestimmten Shop gekauft werden. Nur da und nirgends anders.

Irgendwann landete die Bitte dieses Buch zu kaufen auch bei mir. Ich hinterfragte den Sinn der Sache. Warum soll ich ein Buch kaufen, das ich gar nicht wirklich lesen will? Warum bekomme ich dafür das Geld erstattet? Um eine Rezension zu schreiben! Ich Depp, wieso kam ich da nicht selber drauf? Ja ok, da kann ich das Buch doch beim Verlag anfragen, so dachte ich. Das solle ich bitte nicht tun. Warum nicht? Dort bekomme man keine Rezensionsexemplare, weil der Verlag es noch nicht bringen darf. Hä? Verwirrend, aber scheinbar kann man seine Bücher nur einem Verkaufsportal zugänglich machen und der Verlag darf erst später verkaufen. Exklusivrechte, wurde mir gesagt. Jedenfalls bekam ich das Buch trotzdem vom Verlag. Jetzt war ich noch mehr verwundert und machte mich auf die Suche nach Rezensionen zu dem Buch. Bei einem solchen Bestseller sollten ja einige gute zu finden sein.

Auf zur großen Suchmaschine. Viel war da nicht los. 2-3 Buchbesprechungen, aber viele, viele Male ein und derselbe Text als Kommentar unter der Buchvorstellung verschiedener Shops (in denen es das Buch aber nicht zu kaufen gibt). Natürlich unter verschiedenen Namen, soll ja nicht auffallen. Ist es aber. Bei Amazon gibt es 5 Rezensionen unter einem vor vielen Jahren einmal erschienen Print. Alle neueren Datums. Vielleicht habe ich ein paar Buchbesprechungen übersehen, jedoch verwundert mich alles noch mehr. So fragte ich einige (sehr viele) mir bekannte Blogger nach Autor und Buch. Man sei zwar auf Facebook befreundet, kenne aber keines der Bücher. Ob ein Kauf angeboten wurde, habe ich nicht nachgefragt.

Erkläre mir mal bitte jemand ein paar Dinge:

Sind Autoren nicht bestrebt, ihre Bücher möglichst breit gefächert einer großen Masse zugänglich zu machen? Sprich mehreren Verkaufsportalen?

Warum wird dann dieses Buch NUR in diesem einen Shop angeboten bzw. wo liegt der Sinn dahinter? (es ist nicht Amazon)

Warum soll ich als Rezensent das Buch kaufen, wenn ich es doch beim Verlag frei bekomme?

Wie viele andere haben dieses Buch aus Gefälligkeit gekauft?

Wenn man die Betreiber der jeweiligen Seiten, auf denen die gleichlautenden Kommentare stehen, einmal bitten würde nur die letzten Zahlen der IP des Kommentators zu übermitteln, würde man bestimmt eine Überraschung erleben. Oder auch nicht. Textklau kommt vor, jedoch nicht zigmal derselbe Text. Interessant wären auch die IP´s der Käufer des Buches.

Jetzt kann man sich fragen, warum mich das so aufregt. Tut es. Und zwar so richtig. Zum einen mag ich mich ungern verarschen lassen. Wenn das dann noch von jemandem ist, dem ich vertraut habe, den ich als Freundin bezeichne – tu ich das noch immer? Ich weiß es nicht –  (insofern man Freunde übers World Wide Web haben kann), ärgert es mich noch viel mehr. Wenn ich denjenigen unterstützt habe, soweit es in meinen Möglichkeiten war, gleich noch mehr. Nein, gefragt hat nicht der Verfasser des Buches. Jemand, wo ich noch nicht verstehe, wie die Person in alles reinpasst. Ich habe eine Vermutung, aber ich hoffe, dass sie nicht wahr ist.

Jetzt habe ich ein Buch, da sich gar nicht lesen mag. Naja, ich habe angefangen, aber es ist so gar nicht meins. Das werde ich mit dem Verlag klären, dem ich den Sachverhalt dargelegt habe. Was er draus macht bleibt abzuwarten.

Also liebe Autoren, Geld her und wir kaufen eure Bücher und treiben sie als Bestseller an die Spitze! Sorry, war ironisch gemeint. Wenn man den Faden weiterspinnt, wird wohl niemals ein Autor verdient in diese Listen gelangen. Oder doch? Mein Vertrauen in den Buchmarkt ist gerade tief erschüttert. Auch wenn ich meine Lesegewohnheiten nicht nach den Bestsellerlisten richte, ärgert es mich. Ich sollte benutzt, verarscht und belogen werden. Wenn der Verfasser des Buches mir gegenüber dann noch tut als wäre alles nicht so wie ich denke, ärgere ich mich noch mehr. Mir dann über Facebook noch voll arrogant zu kommen, man hätte so etwas nicht nötig – die Tatsachen sprechen für sich. Es ist ja nicht nur die Tatsache, dass man andere für den Kauf des Buches bezahlt, auch diese Gefälligkeitsrezensionen sind fragwürdig. Am Geld soll es dort auch nicht liegen. Im Gegensatz zu anderen Autoren scheint davon genügend vorhanden zu sein. Und was tut ein zielstrebiger Autor nicht alles für etwas Ruhm?

Das man so etwas ungestraft tun darf treibt es auf die Spitze. Ja ungestraft. Es gibt nichts außer etwas schlechte Presse, sollte so etwas rauskommen.

Was mich am allermeisten ärgert? Das ich keine Namen nennen kann, wenn ich nicht scharf auf eine Klage bin. So, die kleine dumme verarschte Britt geht jetzt in sich und sucht sich ein Buch eines Autors ihres Vertrauens.

Und das Ende der Geschicht´? Manipulation von Bestsellerlisten wird bestraft gar nicht! Alle Aufregung umsonst.

Danke, wer bis zum Ende gelesen hat ☺ Vielleicht finden sich ein paar Autoren und Verlagsmitarbeiter, die so etwas wie einen Überwachungsverein gründen? Ist soetwas von Nöten und auch umsetzbar?

Nachtrag: Besagtes Buch war dann einige Tage bei Thalia verschwunden. Laut Verlag brauchte es eine neue ISBN, da die andere nur für eine bestimmte Zeit während des Exklusivangebotes gelten würde. Die Autorin selbst ließ verlauten, das Cover müsste neu gemacht werden. Wie zu erwarten sind ISBN und Cover nach wie vor dieselben

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