Meine Überschrift könnte man auch zusammenfassen in Ich bin grundgenervt vom Verhalten im virtuellen Leben. Nervige Spamspiele sind das eine, wogegen diese sich immer weiter anheizenden Threads in Gruppen die andere Seite sind. Warum wird immer wieder vergessen, dass auf der anderen Seite des Bildschirms Menschen sitzen?

Seit Tagen wird auf Facebook ein Spiel geteilt, wo man 15 Leute verlinkt, die dann 15 Autoren auflisten, die sie geprägt haben. Unabhängig davon das ich geprägt etwas überzogen finde, ist es sehr nervend, wenn man mehrfach täglich in einem solchen Beitrag verlinkt wird. Unbestritten finde ich es interessant, wer welche Autoren liest. Doch da kann jeder einen Statusbeitrag verfassen und seine Lieblingsautoren auflisten. Wen es nicht interessiert, der überliest es. Wen es interessiert, der kann sich an der Diskussion darunter beteiligen. Was ich allerdings sehr zum Schmunzeln fand, das jeder Zweite Goethe, Shakespeare, Freud und andere literarische Größen in seiner Liste hatte.

Weiter geht es mit den ach so tollen Gruppen wo Blogger sich austauschen. Vorerst sei gesagt, Blogger haben sich alle lieb und sind der Welt größte Onlineknuddler. Bis, ja bis sich jemand erlaubt aus der Reihe zu tanzen und eine andere Meinung zu haben. In diesem Fall war ich diejenige, die sich diese Frechheit herausgenommen hatte. Es ging um einen Blogpost, in welchem mit angeblichem Sarkasmus über Verlagsangestellte, Besucher, Cosplayer und Blogger hergezogen wurde, das es an Frechheit nicht mehr zu überbieten ist. Es ist von „…“halbnackten, adipösen Kindern, in verschreckend schlechten Kostümen….”, „genervten Verlagsmitarbeitern” und ” allerlei Bloggergewächs hatte sich versammelt” die Rede. Auch wird darüber gemeckert, dass es schon wieder dieselben Autoren seien. Mir gefallen diese Aussagen nicht, ich halte sie für schlichtweg frech und undankbar. Selbst das schlechte Parken mancher wurde als Zumutung empfunden. Woher allerdings der Schnee auf dem dazugehörigen Foto stammt, wurde mir nicht beantwortet.

Sicher gab es Kostüme der Cosplayer, die weniger gut gelungen waren. Manche hatten auch nicht die entsprechende Figur für ihr Kostüm. Jedoch haben sich alle Mühe damit gemacht und es sei doch jedem selbst überlassen, wie er rumlaufen möchte. Ich bin kein Cosplayer und war während der Messe auch nur kurz in Halle 1 unterwegs. Jedoch ist es sehr abwertend, von „…halbnackten, adipösen Kindern, in veschreckend schlechten Kostümen….”zu schreiben. Richtig ist auch, dass manche Verlagsmitarbeiter ab und an leicht genervt waren. Kein Wunder, wenn ihnen ihr schon angebissenes Essen vom Tisch geklaut wird, ganze Kartons mit Goodies entwendet werden und angefangene Getränkeflaschen ebenfalls die Besitzer wechseln. Von geklauten Büchern ganz zu schweigen. Hat man jedoch einen Verlagsmitarbeiter angesprochen, egal welchen Verlages, waren alle nett und höflich. Den Autoren gegenüber finde ich diesen Post erst recht undankbar. Viele haben Ewigkeiten gesessen und geschrieben, bis wirklich jeder sein Buch signiert hatte. Für jeden hatten sie ein nettes Wort. Ich denke nicht, dass sie darüber lachen können, als „schon wieder dieselben Autoren“ bezeichnet zu werden. Gut, jedem seine Meinung. Ich konnte bei diesem Blogpost nicht lachen, denn Sarkasmus ist anders. Für mein persönliches Empfinden ist dieser Beitrag einfach nur eine Beleidigung für jeden, der am Gelingen dieser Messe mitgewirkt hat und diese Bloggerin ihre Akkreditierung jemand anderem hätte geben sollen. Meine Meinung auch noch in einer Bloggergruppe zu vertreten – böser Fehler von mir.

Womit ich mal wieder bei einem besonders heiklen Thema bin. Wie oben schon geschrieben haben sich alle Blogger lieb. Gruppenknuddeln und Herzchenmalerei bis zur scheinbaren Extase manchmal. Aber kommt es darauf an zusammenzuarbeiten, ups, dann ist es meist vorbei mit der Liebe. Sehr schön zu beobachten, wenn ein Blogger etwas organisieren möchte. Dann hat plötzlich keiner Zeit, Facebook hat es nicht angezeigt oder man macht grade selber etwas Ähnliches. Hilfreich für den Blogger, der etwas plant, wäre ja schon, wenn andere Blogger das einfach über ihre Pinnwand oder Fanpage einmal teilen würden. Aber woher denn. Wie, wenn das böse Facebook immer nichts anzeigt. Verflixt aber auch. Oder einfach gute Blogposts verbreiten und kleinen Fanpages zu etwas Bekanntheit verhelfen? Weit gefehlt. Da sind die meisten Blogger leider nicht bereit, auch nur ein kleines Stück von ihrem – zugegeben hart erarbeiteten – Lesern abzugeben.

Jetzt kann man sagen, ich sei ja auch Blogger. Richtig. Gern hätte ich für mich speziell ein anderes Wort, denn dem Wort Blogger haftet oft so etwas Negatives an. Ich helfe gern und auch viel gerade den kleinen und neuen Blogs. Ich war auch froh als ich angefangen habe, damals noch auf einem pinken Freeblog, das mir jemand erklärt hat, wie es geht und worauf man achten sollte. Das kann ich ganz selbstlos und ohne damit hausieren gehen zu müssen. Es tut auch gar nicht weh, einfach mal ein paar gute Ideen von anderen Bloggern zu verteilen in den Social Media. Deshalb verliert man keine Leser. Im Gegenteil, beide können nur gewinnen.

Mir ist bewusst, dass ich die Bloggerwelt nicht verändern werde. Vielleicht kann ich aber den ein oder anderen davon überzeugen, das Zusammenarbeiten gar nicht schlimm ist und man auch einfach mal die Meinung eines anderen akzeptieren kann, auch wenn man sie nicht teilt. Im realen Leben führt man sich schließlich auch nicht so auf (hoffe ich).

Liebe Bloggerpost

Liebe Bloggerpost

Während ich diesen Post geschrieben habe erreichte mich diese Post von einer lieben Bloggerfreundin mit ein paar lieben Worten des Dankes. So etwas freut mich natürlich

Nachtrag:

Die Bloggerin, welche den Post veröffentlich hatte über den ich mich so geärgert habe, hat sich bei mir gemeldet. Sie räumt ein, dass sie ihrem Unmut etwas unglücklich Luft gemacht hat und versteht, das sich über die Art wie sie es geschrieben hat, einige sehr ärgern. Wir sind so verblieben, den Post in der Gruppe zu löschen und die Sache auf sich beruhen zu lassen. Für die ausfallenden Worte in der Gruppe hat sie sich entschuldigt. Da ich sie in der Gruppe beschuldigt hatte, sich mit Rezensionsexemplaren eingedeckt zu haben, was nicht stimmt, entschuldige ich mich dafür.

Ich denke, sie hat verstanden worum es mir ging.

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