• Wonneproppen von Dara-Lynn Weiss

Wonneproppen von Dara-Lynn Weiss

Dieses Buch hat so viel negative Presse bekommen, dass es noch vor seinem Erscheinen hier in Deutschland recht populär war. Ich hatte viel über Wonneproppen von Dara – Lynn Weiss gelesen. Wie wurde diese Mutter schlecht gemacht. Natürlich wollte ich mir selbst ein Bild machen, ob sie wirklich so kaltherzig und schrecklich zu ihrer 7jährigen Tochter Bea ist.

 

 

Bei der alljährlichen Untersuchung beim Kinderarzt wird wieder einmal klar, dass Bea übergewichtig ist. Dara – Lynn Weiss wird nicht zum ersten Mal bewusst, dass sie dringend etwas tun muss, etwas ändern muss. Es ist nicht so, als hätte sie nicht schon versucht, die Familie gesünder zu ernähren und somit Bea ein paar Kilos zu ersparen. Doch bisher war sie damit wenig konsequent. Dara – Lynn Weiss sucht sich Hilfe bei einer Ernährungsberatung. Dort wird anhand eines Ampelsystems aufgeführt, wie viel jeder in der Familie essen darf. Obst und Gemüse sind frei, alles andere ist entweder rot (gar nicht essen), gelb (nur wenig) oder grün (darf gegessen werden, Obst und Gemüse z.B.). Ihre Tochter Bea weiß, das sie zu dick ist und daran arbeiten sollte. Ihre Mutter halbiert ihre Malzeiten, streicht ihr an bestimmten Tagen das Schulessen und ersetzt es durch anderes. Auf Partys oder Familienfeiern achtet Dara – Lynn penibel darauf, was Beth zu sich nimmt und muss sich dafür vor anderen Müttern rechtfertigen. Doch am Ende schaffen sie es und Beth ist ein schlankes Mädchen. Die Autorin hält ihre Erfahrungen in Wonneproppen fest.

 

 

Zugegeben, die Methode von Dara – Lynn Weiss ist sehr hart. Aber sie ist konsequent und zieht die Sache bis zum bitteren Ende durch. Leider wirkt sie auch sehr naiv. Hauptsache wenig Kalorien, etwas anderes zählt bei den Lebensmitteln, die sie ihrer Tochter zugesteht, nicht. Ihr ist egal, wie viele synthetische Zusatzstoffe ein Nahrungsmittel enthält, solange es weniger Kalorien als die gesunde Variante hat. So gibt sie Beth lieber einen halben Burger als gesunde Kost. Beth leidet ständig unter Hunger und mag irgendwann keine Äpfel mehr sehen.

 

 

Wonneproppen von Dara-Lynn Weiss

Wonneproppen von Dara-Lynn Weiss

Mir ging es bei dem Buch hauptsächlich um die Rolle der Autorin Dara – Lynn Weiss als Mutter. Ihr werden in der Presse die schrecklichsten Sachen vorgeworfen. Doch meiner Meinung nach völlig unberechtigt. Sie ist sich während der gesamten Zeit durchaus bewusst, was sie ihrer Tochter abverlangt. Sie leidet mit ihr, weint mit ihr und lacht mit ihr. Insofern man sich überhaupt das Recht nehmen kann ihr Vorwürfe zu machen, dann fallen mir zwei ein. Warum hat sie gewartet, bis Beth 7 Jahre alt war, ehe sie etwas unternommen hat und warum verfüttert sie den ungesündesten und nur aus künstlichem Zeug bestehenden Müll an ihr Kind? Auch wirft es die Frage auf, warum wird das schon so oft vorgestellte Ampelsystem nicht auf den Verpackungen der Lebensmittel angewandt? Warum wird es nicht jedem Kind ermöglicht, an der Schulspeisung teilzunehmen, anstatt sich um die Ecke den billigeren Burger zu kaufen? Warum stehen in den Schulen Getränkeautomaten mit Softdrinks? Aber das sind alles Fragen, die hier nicht hergehören. Man sollte Dara – Lynn Weiß Respekt zollen. Sie hat sich dieser schweren Aufgabe gestellt und nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sich mit anderen Müttern herumgestritten, ihre Familie zusammengehalten. Das Buch selbst ist sehr, sehr langatmig. Aber wie soll man ein solches Thema in einen dem Leser spannenden Text verpacken?

 

Erschienen bei Eden Books.

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Von |2016-12-26T15:59:14+00:00Donnerstag, Juli 4, 2013|Kategorien: Bücher|Tags: , , , |3 Kommentare

3 Comments

  1. Roger Ruckstuhl 5. Juli 2013 um 08:46 Uhr - Antworten

    Toller Beitrag. Stimmt, warum warten, bis die Tochter 7 ist? Das Ganze was angesprochen wird, wird schon im frühesten Kindesalter eingebläut. Hat sie Babynahrung verfüttert? Schon mal darüber Gedanken gemacht, was da für Zucker drin steckt? Wie wärs mit ner zerdrückten Banane, oder abgekochten Karotten zu Brei gemacht? Wie wärs mit selbstgemachtem Apfelmus? Es gibt so viele Dinge, die man dem Baby schon zumutet, ohne dass man es wirklich weiss. Kunststück werden die Kinder irgendwann zu dick. Dazu kommt, dass die Eltern das gesunde Essen VORLEBEN müssen. Wenn die selbst in FastFood Läden gehen oder gar Geburtstage beim grossen M feiern, wie soll das Kind jemals auf den Geschmack von gesundem Essen kommen?

    Stimmt, ich könnte noch mehr schreiben, aber das war mir jetzt einfach ein Bedürfnis!

    • Britt 5. Juli 2013 um 08:55 Uhr - Antworten

      Richtig, zu diesem Thema gibt es viel zu sagen und noch viel mehr zu verändern. Doch scheinbar ist es an den entsprechenden Stellen nicht interessant genug bzw. könnte es ja Konsumeinbußen geben^^

      • Roger Ruckstuhl 5. Juli 2013 um 08:58 Uhr - Antworten

        Stimmt, die leibe Lobby… mehr muss man dazu nicht sagen 🙂

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