Stefanie von Wietersheim und Claudia von Boch haben sich mit dem Glück beschäftigt. Speziell Vom Glück mit Büchern zu leben. Ein Thema, über welches ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht hatte, bis ich diesen Bildband in den Händen hielt. Auf den ersten Seiten wird der Frage nachgegangen, warum wir Bücher überhaupt lieben, sie lesen und um uns haben möchten. Die mehrere Seiten fassende Einleitung ist mit sehr viel Gefühl geschrieben und fasst sehr liebevoll zusammen, was Menschen von Büchern erwarten und warum wir sie so lieben.

Da heißt es zum Beispiel auf Seite 6:

„Wo Bücher wohnen, da ist Freiheit, Farbe und Fantasie. Wo Menschen Bücher lesen, wächst Erkennen, Hoffnung, innere Revolte. Und wo man über Bücher spricht lebt der Disput, flammt Passion. Das gedruckte Wort besitzt Zauberkräfte und die Welt der Bücher verspricht unendliche Geschichten, die uns mit Magie fesseln. Geschichtenerzähler flüstern, verführen oder toben – erklären die Welt schwarz auf weiß immer wieder neu.“ Auszug aus Vom Glück mit Büchern zu leben. Seite 6, Absatz 1.

Bücherregal von Oliver Jahn

Bücherregal von Oliver Jahn

Dem stimme ich vorbehaltlos zu. Ziel der Autorin und der Fotografin war es, dem Leser und Betrachter die Emotionen und vor allem die Atmosphäre, die beim Leben mit Büchern entsteht, einzufangen. Hier lag eindeutig eine große Verantwortung bei der Fotografin. Von den 20 besuchten Personen waren mir nur zwei dem Namen nach bekannt. Die Literaturkritikerin der FAZ Felicitas von Lovenberg, die ihre Liebe zum Beruf gemacht hat, und von Oliver Jahn hatte ich irgendwo einmal einen Artikel gelesen. Das beeindruckenste, wenn auch für mich nicht sehr schöne Bücherregal, hatte Oliver Jahn. Alle Bücher übereinander gestapelt. Aber nicht etwa die Buchrücken nach vorn, um ein schönes Bild zu bieten. Nein, alle unteren Seitenkanten sichtbar nach vorn. Sicherlich eine Platz sparende Art, seine Bücher zu sammeln. Herr Jahn hat allerdings eine auch von mir sehr geliebten Spruch verwandt „Ich habe ein starkes physisches Verhältnis zu Büchern. Ich mag nicht, wenn man ihnen den Rücken bricht.“ Beneidenswert ist Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek. Welcher Büchernarr liebt sie nicht, die vollgestapelten Regale, wo die oberen Reihen nur durch zu Hilfe nehmen einer Leiter erreichbar sind.

In der Österreichischen Nationalbibliothek

In der Österreichischen Nationalbibliothek

Von der Gemütlichkeit her habe ich keinen Favoriten. Ein paar kuschelige Leseecken fehlen mir in dem sonst sehr interessanten Bildband. Man bekommt viele Einblicke in das Leben der ausgesuchten Personen. Sie lassen den Leser teilhaben an ihrer Art mit Büchern zu leben und diese Wert zu schätzen. Eines haben alle gemeinsam: Sie können nicht ohne Bücher leben, sie brauchen sie zum Leben und wären ohne sie nicht das, was sie heute sind.

Erschienen im Callwey Verlag.

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