• Nr. 13 von Laura Wulff

Nr. 13 von Laura Wulff

Lange habe ich überlegt, ob ich dieses Buch lese oder nicht. Jeder Mensch hat Grenzen. Meine Grenzen liegen bei allem was mit Kindesmissbrauch zu tun hat. Schon während die Autorin noch an diesem Buch geschrieben hat, gab es Diskussionen mit den verschiedensten Meinungen zu dem Thema. Sollte man und kann man ein so emotionales Thema wie dieses in einem Buch aufgreifen? Ich habe Nr. 13 von Laura Wulff (Sandra Henke) trotzdem gelesen, weil ich jedes Buch der Autorin gelesen habe.

Von mehreren Seiten wurde mir gesagt, ich soll den Prolog lieber nicht lesen. Aber wie das so ist mit den verbotenen Sachen, man tut sie jetzt erst recht. Hätte ich ihn mal nicht gelesen. Der Prolog in Nr. 13 ist heftig und nichts für schwache Nerven. Eine Vergewaltigung aus der Sicht eines Kindes geschildert zu bekommen ließ mich des Öfteren nach Luft schnappen und das Buch zur Seite legen. Doch nur so konnte es der Autorin gelingen, dem Leser die Emotionen eines Kindes in dieser Situation nahe zu bringen. Man kann sich diese Angst, diesen Ekel und diese Machtlosigkeit nicht vorstellen. Ich will es ehrlich gesagt auch nicht.

Kommissar Zucker findet, sein Chef schiebt ihm nur belanglose Arbeiten zu und er fühlt sich als Kommissar zweiter Wahl. Als er mit einem Kollegen in die Nachbarschaft von Nr. 13 gerufen wird, wittert er seine große Chance. Dann kommt seine Frau Marie mit einem sehr schwerwiegenden Verdacht gegen ihren Chef zu ihm und er ist in seiner kriminalistischen Arbeit kaum noch zu bremsen. Darüber vergisst er leider die Interessen und Bedürfnisse seiner Frau Marie. Die Zuckers kannte ich schon aus Leiden sollst Du  und so fand ich mich in die Beziehung und die familiären Verbindungen der beiden schnell wieder hinein. Ich hatte gehofft, die beiden haben die Probleme, die durch den Unfall von Hauptkommissar Zucker auf die zwei zukamen, mittlerweile bewältigt. Doch Autorin Laura Wulff stellt das Ehepaar vor neue Probleme, die schwer zu lösen sein werden. Die Sorgen um Neffe Benjamin machen ihnen das Leben nicht leichter.

Benjamin fand ich für 18 Jahre sehr leichtsinnig und etwas unreif. Auch wenn er nur helfen will, ist er recht naiv. Die Zusammenarbeit von Marie und Daniel Zucker auf beruflicher Ebene ist schlüssig und mal etwas anderes, etwas Neues. Die private Beziehung der beiden steht in diesem Buch oft im Vordergrund, was bei den massiven Problemen nicht verwunderlich ist und sich gut in die Handlung einpasst. Obwohl es in Nr. 13  um Kindesmissbrauch geht, gelingt es Autorin Laura Wulff das Thema zwar immer präsent zu halten, aber den Leser bis auf den Prolog als Schocker und eine weitere, ähnliche, Szene mit dem Leid der Kinder zu verschonen. Zur Mitte hin wird das Buch etwas ruhiger und lässt den Leser Luft holen, um dann wieder mit Schnappatmung zu lesen und einem spannenden Ende entgegenzugehen.

Das Buch lässt mich sehr nachdenklich zurück. Ist ein Kinderschänder nach dem Absitzen seiner Strafe als bestraft zu betrachten? Pädophilie ist nicht heilbar. Möchte ich so einen Menschen in meiner Nachbarschaft wohnen haben? Nein, möchte ich nicht. Wogegen die oft in den Medien propagandierten Hetzjagden auch keine Lösung sind. Kann man sein Kind überhaupt schützen? Viele Gedanken, die mir durch den Kopf gehen.

Ein spannender Thriller, der polarisieren wird.

Erschienen bei Dotbooks und Mira Taschenbuch Verlag.

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Von |2016-12-26T15:58:45+00:00Donnerstag, April 3, 2014|Kategorien: Bücher|Tags: , , , |1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Laura Wulff 3. April 2014 um 13:24 Uhr - Antworten

    Herzlichen Dank für die ehrlichen Worte. Definitiv keine leichte Kost.
    Genau deshalb hoffe ich, dass mein Roman zum Nachdenken anregt.
    Nur Diskussionen helfen, eine Lösung für das schwierige Thema zu finden.

    Liebe Grüße
    Laura Wulff
    http://www.LauraWulff.de

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