Kann man mit Hilfe der Genetik nachweisen, ob Menschen gewalttätig sind oder es werden? Es wäre doch super, wenn man Mörder schon separieren könnte, ehe sie eine Straftat begehen. In Infernale von Sophie Jordan wird dieses Vorgehen praktiziert. Egal ob Erwachsener oder noch Kind, jeder mit dem Mördergen wird von der Gesellschaft gemieden.

Davy hat alles, was sich ein Teenager wünschen kann. Als Wunderkind gibt es nur wenige Instrumente, die sie nicht beherrscht. Mit ihrer wunderschönen Gesangsstimme ist sie in der Privatschule sehr beliebt und genießt gerade ihre erste große Liebe. Davy ist glücklich.

Auf Anordnung der Regierung werden alle Menschen, egal wie alt, auf das Mördergen getestet. Jeder Mensch mit diesem Gen wird isoliert und darf sich fast nur noch unter anderen Betroffenen aufhalten. Sie müssen immer ihre Kennzeichnung tragen und werden von den meisten anderen Menschen verachtet. Davy muss die Schule wechseln. Kurz begegnet ihr ein Junge, der sie fasziniert, obwohl sie glücklich verliebt ist. Sean ist sehr verschlossen und man geht ihm besser aus dem Weg. Trotzdem kann Davy es nicht lassen, ihn zu beobachten.

Sophie Jordan schafft in Infernale eine erschreckend reale Welt. Wird unsere Forschung irgendwann in der Lage sein vorauszusagen, ob jemand ein Mörder werden könnte? Oder ist es eine Frage der Entwicklung, wo jeder seine persönliche Hemmschwelle für Gewalt hat? Beim Lesen hatte ich zwischendrin starke Beklemmungen, dass unsere Zukunft ähnlich verlaufen könnte.

Ich mag Dystopien, sind sie doch meist von recht düsterer Gesellschaft mit einer zarten Lovestory. So ist es auch in Infernale. Die Menschheit ist dabei, sich selbst kaputt zu machen. Mitten drin eine beginnende Liebe, die um ihr Überleben kämpft.

Absolute Leseempfehlung! Ich freue mich auf Band 2 im Februar 2017!

Erschienen bei Loewe.