• Goldfields von Izabelle Jardin

Goldfields von Izabelle Jardin

Goldfields von Izabelle Jardin beginnt bei Robin im Jahr 2012 und nimmt den Leser dann mit in das industrialisierte England von 1851. Sehr eindrucksvoll erzählt die Autorin die Geschichte von Beatrice Ames, einer jungen Frau aus der Reederdynastie, die nicht nur Ehefrau und Mutter werden will, sondern sich selbst verwirklichen möchte und für mehr Rechte der Frauen kämpft.

Robin hofft auf eine Beförderung und fühlt sich übergangen, als ein – ihrer Meinung nach nicht so fähiger -Kollege den Job bekommt. Sie ist sauer, unzufrieden und empfindet es als Demütigung. Der Grund für die entgangene Beförderung liegt ihrer Meinung nach darin, dass sie eine Frau ist. Auf einer Party wird sie einer älteren Dame vorgestellt, welche ihr die Geschichte von Beatrice erzählt. Robin soll erkennen, dass es andere, schwerwiegendere Schicksale gibt. An dieser Stelle macht das Buch einen Zeitsprung einige Jahre nach vorn. Robin ist mittlerweile, inspiriert durch das Leben von Beatrice, eine erfolgreiche Geschäftsfrau und erzählt einer Journalistin ihre Geschichte.

Diesen Zeitsprung hat es gebraucht, um Robin Zeit für ihre Entwicklung zu geben. Ich mochte die alte Dame als Charakter gern und hätte mir etwas mehr von ihr gewünscht.

Das Interview ist die Geschichte von Goldfields. Robin erzählt sehr bildgewaltig von Beatrice Ames. Beatrice könnte eigentlich zufrieden sein. Als Tochter eines wohlhabenden Reeders geht es ihr gut und sie kann sich alle Wünsche erfüllen. Aber Beatrice hat kein Interesse, sich verheiraten zu lassen. Sie hinterfragt Dinge, will das Leben der Menschen verbessern und Kinderarbeit unterbinden. Bis zu dem Moment, wo Beatrice ihre Heimat Richtung Australien verlassen muss, war das Buch nett zu lesen, aber nichts besonders. Was Izabelle Jardin aber dann mit Beatrice macht, finde ich sehr beeindruckend.

Auf der Überfahrt lernt Beatrice den jungen Iren Peter kennen. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen und er wird später noch eine große Rolle spielen. Die junge Frau ist nicht mittellos, als sie in Australien ankommt. Aber ihr ist bewusst, dass sie Geld verdienen muss. Was genau sie tut, möchte ich den Leser selbst herausfinden lassen. Sie hat es nicht leicht, aber ihr scharfer Verstand und ihre Hartnäckigkeit, ihr Aufbegehren gegen die so festgesteckte und vorgeformte Rolle der Frau lassen sie unmögliches vollbringen.

Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Autorin Izabelle Jardin quält Beatrice ziemlich, bis diese ihren Platz im Leben gefunden hat.

Ein paar Abstriche mache ich, da die Handlung an einigen Stellen etwas gehetzt wirkte und ich mir mehr Erklärungen gewünscht hätte.

Goldfields von Izabelle Jardin ist kein Buch zum mal eben weglesen. Es ist tiefgründig und hinterfragt, man muss als Leser aufmerksam sein und wird trotzdem gut unterhalten. Die Autorin prangert die auch in unserer Zeit noch oft vorhandenen Vorurteile gegenüber Frauen an.

Klare Leseempfehlung.

Rezensionsexemplar

Von |2018-11-06T11:00:17+00:00Dienstag, November 6, 2018|Kategorien: Bücher|Tags: , , , , , |0 Kommentare

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