In eine Welt von Machtgier, Neid und Intrigen hineingeboren, ging Zarria Machon schon als junges Mädchen zur Stadtwache. Dort zeichnet sie sich durch Zuverlässigkeit und ihren scharfen Verstand aus. Sie dient mit Leib und Seele und gerät mehrfach in gefährliche Situationen.

Plötzlich steht die junge Frau ungewollt mitten im Machtspiel der hohen Häuser der Stadt Koda. Zarria versucht auf eigene Faust einen Mord aufzuklären und gerät schnell selbst ins Zielfeuer. Sie stellt unangenehme Fragen und verdächtigt einflussreiche Bewohner der Stadt, Teil eines Komplotts zu sein. Als sie sich wagt der Drachenmeisterin furchtlos gegenüber zu treten und ihr auch noch die Stirn zu bieten, scheint ihr Leben völlig verwirkt.

Robert Corvus hat mir auf den ersten Seiten einiges abverlangt. Ich hatte Schwierigkeiten, einen Lesefluss zu finden. Irgendwie kam ich nicht voran. Ich kann gar nicht sagen, an welcher Stelle genau, aber auf einmal war das Buch so spannend, das ich es fast bis zum Schluss in einem Rutsch durchgelesen habe. Zarrias Mut, ihr Wille sich zu behaupten und der Gerechtigkeit Gehör zu verschaffen, wurden so mitreißend geschildert, dass ich mich beim Lesen Seite an Seite mit Zarria in Koda befand. Super war der sanfte Übergang, wo die Kriegerin auch Frau wurde und der Autor dem Leser eine kleine Liebesgeschichte bietet.

Die Welt bzw. die Stadt Koda, die der Autor – völlig abgeschnitten durch ein Moor – geschaffen hat, besitzt einen besonderen Zauber. Geister und Drachenkinder sind wichtige Teile dieser Welt. Neben den hohen Häusern und deren Machtgefüge spielt der Drache eine große Rolle. Anders, als ich es bisher von den Nachtmahren kannte, geht es zwar auch um Träume, aber in einer anderen Form. Fast bis zum Schluss bleibt die genaue Funktion des Drachens und seiner Meisterin unklar.

Drachenmahr von Robert Corvus ist ein toller deutscher Fantasyroman! Ohne Kitsch, ohne Klischees, sondern mit viel Gedankengängen.

Erschienen bei Piper.