Oft werde ich von Autoren oder Bloggern gefragt, ob ich denn eine Blogtour organisieren oder an einer teilnehmen möchte. Meine Antwort lautet meistens nein. Wenn ich teilnehme, dann ändere ich ein paar der Gepflogenheiten einer Blogtour.

Was ist eine Blogtour?

Ich erkläre es an einem Beispiel für eine Blogtour zu einem Buch. Entweder man organisierst selber oder sucht sich einen Blogger, der dazu Lust hat. Man kann eine Blogtour auch kaufen. Geld verdient der Organisator, alle anderen bekommen das Buch zur Rezension. Man braucht ein paar gute Blogs mit einer beständigen Leserschaft. Vorzugsweise mit guten Fanpages und Twitterprofilen, wegen der Reichweite. Dann stellt der Autor oder dessen Verlag Rezensionsexemplare zur Verfügung. Hier besteht das Problem, das Selfpublisher selten die finanziellen Mittel haben, jedem ein Print zu schicken. Nur für ein eBook macht kaum jemand eine Blogtour mit, denn das Print wird als Belohnung dafür angesehen.

Am besten ist es, alle Teilnehmer inklusive dem Autor in einer Facebookgruppe zu versammeln. So hat man einen Ort, an welchem sich alle miteinander austauschen können.

Jeder Teilnehmer der Blogtour überlegt sich, was er neben der Rezension zu dem Buch noch beitragen könnte, um Leser auf das Buch neugierig zu machen. Einer stellt die Protagonisten vor, ein anderer den Schauplatz des Buches. Der nächste erzählt ein wenig über den Autor. So macht man schon in der Vorstellung der Blogtour die Leser neugierig auf die jeweiligen Beiträge.

Blogtouren – wie sinnvoll sind sie

Blogtouren – wie sinnvoll sind sie

Klingt ja alles toll. Warum mag ich dann keine Blogtouren? Das erkläre ich gern. Schon in der Vorstellung der Blogtour wird jeder Blog verlinkt. Da oft jeder Blog eine Vorstellung der Blogtour macht, ist dies schon mal ein hin und her an Verlinkungen. Gegenseitige Verlinkungen, auch reziproke Verlinkungen genannt, sind nicht gut. Und schon gar nicht, wenn jeder Teilnehmer der Blogtour auf jeden anderen Teilnehmer verlinkt. Den armen kleinen Googlekäfern wird total schwindelig werden und sie werden den Sinn dahinter nicht verstehen. Also was denken sie? Das man sie veralbern oder ärgern möchte. Was tun sie? Sie üben Rache! Wie? Indem sie sich denken, wenn diese Blogs eh nur Blödsinn machen und mit den Links PingPong spielen, dann lasse ich sie in der Googlesuche (Ranking) mal ganz weit hinten auftauchen.

Und genau aus diesem Grund mag ich keine Blogtouren. Sie wurden irgendwann erfunden um Backlinks zu sammeln. Backlinks sind super, keine Frage. Allerdings nicht, wenn man sich zig Blogs gegenseitig verlinken. Google ist nicht doof und wer gern gefunden werden möchte, muss sich früher oder später damit auseinandersetzen und an ein paar Regeln halten. Auch wer „nur zum Spaß“ bloggt möchte Leser haben und freut sich, wenn die Leserschaft wächst. Das kann sie am besten durch Empfehlungen. Und was ist eine bessere Empfehlung, als mit der Suche eines bestimmten Wortes auf den vorderen Plätzen in der Googlesuche gefunden zu werden?

Wie lautet die Lösung? Ich habe keine, außer die Verlinkungen wegzulassen oder das immer nur derjenige auf das Blog verlinkt, das vor ihm oder nach ihm dran ist.

Hinweis: Bitte den eigenen Blog nicht im selben Browser suchen, indem man mit dem Blog arbeitet. Denn auch hier: Ihr erhaltet immer zuerst die Seiten angezeigt, auf denen ihr schon einmal wart, was vorzugsweise euer eigenes Blog sein wird. Also entweder den Server auf anonym stellen oder einen anderen Browser nutzen.

Nachtrag 24.09.14 – Ich habe mir heute die Domains Blogtouren.de und .com gesichert. Dort wird es künftig Blogtouren geben. ☺