Autorin Manuela Fritz lernte ich kurz vor der Leipziger Buchmesse kennen. Dann haben wir uns spontan verabredet und sie nahm mich mit auf eine Veranstaltung. Obwohl wir beide einen vollen Plan hatten, haben wir recht viel Zeit miteinander verbracht. Schöne Zeit. Zu unserer Blogtour zu ihrem Buch Blackstorm – Zeit der Veränderung habe ich ihr ein paar Fragen gestellt. Nehmt euch bitte Zeit beim Lesen, es ist ein ausführliches Interview!

Interviewfragen

Wer sollte bei einer Buchverfilmung Deine Hauptcharaktere spielen? Welche ist Deine Lieblings – Hauptfigur? (Protagonist aus den eigenen Büchern)

Oh schön, gleich am Anfang darf ich träumen. Da mein Buch in Florida spielt, muss es dann aber gleich Hollywood sein!
Da ich immer eine Vorlage für meine Protagonisten brauche, auch wenn ich mich natürlich nicht 100% an das Original halte und oft zwei Personen mische, hab ich natürlich fast alle schon im Kopf.
Für Ryan wäre die optimale Besetzung Matt Lanter. Den arroganten Blick hat er bestimmt drauf, obwohl ich mir den von Ian Somerhalder geklaut hab. Für Brandon käme nur Luke Mitchell infrage. Brandon ist auch mein persönlicher Favorit. Ich liebe seine unkomlpizierte Art. Ryan wäre mir auf Dauer zu anstrengend, aber der gehört sowieso zu Kira.
Bei Kira tendiere ich zu Virginia Gardner. Über die bin ich zufällig gestolpert. Für Mila diente Ashley Greene als Vorlage, nur leider ist sie zu klein, also müsste ich da noch wen suchen.
Noch schnell die anderen:
Olivia > Vanessa Hudgens;
Ashley > Phoebe Tonkin
Ian > da muss mein Großer herhalten

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Mit welchem deiner männlichen Protagonisten hättest du gerne mal ein Date?

Mit keinem, sonst hätte ich ein schlechtes Gewissen den Mädels gegenüber. Schließlich sind alle in festen Händen … und die anderen zwei sind zu jung. Da käme ich ja ins Gefängnis.

Welche Eigenschaft der Protagonisten mag man als Autor so gar nicht?

Wortkargheit. Da ist es immer schwierig für mich, der Person treu zu bleiben. Oft erwische ich mich dabei, dass ich mich nicht kurzfasse.
Aber eigentlich bereiten alle typischen Eigenschaften, die man einer Person zugewiesen hat Probleme und doch sind genau das die Punkte, die sie sympathisch machen. Auch wenn man sich die Haare raufen könnte, weil sie dann querschießen.

Lässt Du sich die Geschichte entwickeln oder schreibst Du ganz akkurat nach dem ausgearbeiteten Plot?

Ich wusste vor meiner ersten Rezension gar nicht, dass ich einen Plot habe. Spaß bei Seite. Ich hab meine Geschichte im Kopf. Ich weiß, wo sie beginnt, und ich weiß wo ich hin will, alles was dazwischen kommt entwickelt sich aus der Situation heraus. Oft wundere ich mich selbst, was meinen Protas so alles einfällt. Manchmal geht es auch vollkommen in eine andere Richtung, als ich ursprünglich gedacht habe. Aber irgendwie finden sie dann doch alle wieder auf den richtigen Weg zurück.

Was ist das Schlimmste am Schreiben? Der Plot oder das Ausarbeiten und den Plot zu einer Geschichte schreiben?

Mit dem Schreiben erst mal zu beginnen. Ich habe oft das Problem einen Anfang zu finden. Bin ich in der Geschichte drin läuft es von alleine, bis ich dann aus irgendwelchen Gründen ein, zwei Tage nicht zum Schreiben komme. Dann geht der Kampf mit dem inneren Schweinehund wieder von vorne los. Wenn ich dann gar nicht mehr zurück finde, schreibe ich etwas ganz anderes … entweder mache ich ein paar Kapitel später weiter oder ich widme mich meinem „Ausweichbuch“.

Bücherregal von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Bücherregal von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Wieviel Realität steckt in deinen Büchern? Verarbeitest Du gute und schlechte Erlebnisse darin oder alles Fiktion?

In jedem Buch steckt mindestens eine Szene, die ich exakt so erlebt habe. (Jetzt können meine Leser grübeln.)
Dabei ist es mal ein positives Erlebnis, ein andermal ein negatives. Der Rest ist Fiktion, jedoch beeinflusst von eigenen Erfahrungen. Jedenfalls bei der Blackstorm Reihe. Bei meinem Ausweichbuch ist der persönliche Anteil etwas höher. Da werden sich Realität und Fiktion in etwa die Waage halten.

Hast Du einen persönlichen Bezug zu Pferden?

Ja. Ich mochte Pferde schon immer. Mit zwölf hatte ich ein Pflegepferd. Der Kerl mochte mich am Ende lieber als seinen Besitzer. Jedes Mal wenn er von der Koppel ausbüxte, oder seinen Reiter in den Sand setzte, lief er geradewegs zu mir nach Hause.
Zu meinem ersten eigenen Pferd kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Ich saß auf der veterinärmedizinischen Uni in einer Vorlesung, da wurde eine Stute mit Fohlen hereingeführt. Aus einem Impuls heraus sagte ich: „Och, wie süß. Haben wollen.“ Der Prof. drehte sich um und meinte: „Kannst du gleich mitnehmen.“
Es stellte sich heraus, dass der kleine Mann für eine Doktorarbeit „erschaffen“ wurde. Man brauchte zwei trächtige Stuten, die immer vor Ort waren, um ihre Werte mit denen der Patienten zu vergleichen. Am Ende hatte die Uni zwei Fohlen und wusste nichts damit anzufangen. Ich nahm beide und brachte sie zu meinen Eltern nach Kärnten. Ein halbes Jahr später kamen noch zwei Stuten dazu. Eine davon war tragend, das Fohlen Dalamo ist jetzt 12 Jahre alt und mein persönlicher Blackstorm.

Bücherregal von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Bücherregal von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Kennst Du Schreibblockaden? Wenn ja, was tust Du dagegen?

Und wie ich die kenne. Meist erwischen sie mich genau dann, wenn ich zeitlich sowieso schon knapp dran bin. Erfolgsrezept zur Bekämpfung habe ich keines. Oft hilft es, einfach das Kapitel liegen zu lassen und ein neues zu beginnen oder eben die Sache mit dem Ausweichbuch. Manchmal geht aber gar nichts, dann gestehe ich mir auch einfach einen freien Tag zu.

Was steht auf dem Schreibtisch, während Du arbeitest? Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse?

Einen festen Schreibplatz in dem Sinn habe ich nicht. Ich schreibe, wo ich gerade Lust dazu habe. Auf dem Boot, auf langen Autofahrten, oder auch schon mal auf dem Pannenstreifen, wenn ich auf die gelben Engel warte. Aber meist im Wohnzimmer auf der Couch, den Laptop auf dem Schoß. Und dort steht dann auch mein „Author’s Survival Package“: eine Dose Energydrink und eine Tüte Pico Balla.

Prokrastinieren – Facebook und co. oder lässt Du Dich nicht ablenken? Ist Prokrastination evtl. sogar wichtig?

Ich lasse mich viel zu oft ablenken. Wobei das in letzter Zeit besser geworden ist, da ich mir fixe Zeiten für Facebook und co. eingerichtet habe. Außerdem habe ich wieder die akustische Benachrichtigung eingeschaltet, um nicht alle halbe Stunde checken zu müssen, ob mich wer angeschrieben hat.
Wobei nicht immer ist Ablenkung schlecht. Manchmal braucht man genau das, um das Chaos im Kopf aufzuräumen. Oft kommt mir gerade während eines Gesprächs mit einem(r) FreundIn, oder LeserIn die zündende Idee.

Lektorat – Bist Du manchmal anderer Meinung wie der Lektor? Wie schnell werdet ihr euch einig?

Ich bin nicht der Typ, der Änderungen meiner Lektorin annimmt, ohne zuvor zu durchleuchten, was genau sie damit bezwecken will. Schließlich will ich mich ja weiterbilden. Damit kann ich meine Lektorin dann schon mal ein wenig nerven. Meist einigen wir uns jedoch auf einen Mittelweg, außer, ich kann beweisen, dass meine Lektorin auf dem Holzweg ist. Was mir auch schon ein, zweimal gelungen ist.

Hattest Du ein peinliches oder lustiges Erlebnis auf einer Lesung?

Lesungen sind für mich absolutes Neuland. Ich hatte bis jetzt noch nicht den Mumm eine zu organisieren. Aber vielleicht hätte ja jemand Interesse an einer Wohnzimmerlesung mit mir? Also … dann starte ich mal einen Aufruf an meine Fans: Wenn ich zu euch kommen soll, um mich mal so richtig zu blamieren, meldet euch bei mir.

Bücherregal von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Bücherregal von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Ab wann hat Dich Dein Umfeld ernst genommen und Freunde / Bekannte / Familie Deiner Arbeit als Autor respektiert?

Die meisten Freunde haben es so nebenbei über Facebook erfahren, dass ich schreibe und mich belächelt, viele tun das auch heute noch. Natürlich hinter meinem Rücken, aber ich hatte schon immer meinen eigenen Kopf.
Bei meiner Mutter fand mein Vorhaben sofort Anklang, für meinen Vater wurde ich erst zur Autorin, als er das Printbuch in Händen hielt, E-Book zählt in seinen Augen nicht.
Mein Mann war anfangs sehr skeptisch. Richtig ernst genommen hat er es mit Beginn dieses Jahres, als ich mein zweites Buch veröffentlicht habe. Als ich dann eine Leserunde startete, meinte er, er will da mitmachen und hat es tatsächlich durchgezogen. Mittlerweile ist er neben Testleser auch mein Verleger und Marketing & Social Media Betreuer.
Meine Kinder reagierten unterschiedlich. Der Große war nach Kurzem genervt, da ich ihn bei Rechtscheibfragen immer gelöchert habe. Irgendwann meinte er: „Bin ich Duden, oder was?“ Er kümmert sich jetzt um meine Website.
Der Kleine ist für den Verkauf zuständig. Jeder, der ihm über den Weg läuft bekommt zu hören: „Meine Mama schreibt Bücher! Willst du eins? Kostet 9,99€“

Wie kommt Deine Familie damit klar, wenn Du über dem Schreiben alles um Dich herum vergessen hast?

Ich versuche hauptsächlich dann zu schreiben, wenn die Kids beschäftigt oder im Bett sind. Mit meinem Mann arrangiere ich mich, da er meist selbst auch noch spätabends arbeitet. Nur der Haushalt bleibt oft auf der Strecke.

Wie gehst Du mit negativer Kritik, schlechten Rezensionen um?

Ich drohe mit der Faust. Quatsch, negative Kritik ist fast noch wichtiger, als positive. Vorausgesetzt es wird vernünftig begründet, was nicht gefallen hat. Dann kann ich das annehmen und beim nächsten Mal besser machen. Womit ich überhaupt nichts anfangen kann sind so Meldungen wie: Hat mich nicht vom Sofa gerissen. War eher langweilig. Gibt bessere. Was soll ich als Autorin davon lernen?
Zum Glück kommt so etwas eher selten vor. Meine erste Rezension bekam ich auf Neobooks, drei Sterne und sie bezog sich nur auf die Leseprobe. Aber die Leserin hat sich richtig Mühe gegeben und fast den Umfang der Leseprobe erreicht. Von dieser Rezension konnte ich so viel Positives mitnehmen und habe mir die Mühe gemacht, das Buch noch einmal komplett umzuschreiben.

Bücherregal von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Bücherregal von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Der Beruf des Autors – Liebe und Leidenschaft oder kann man ihn mit dem täglichen zur Arbeit gehen vergleichen? Hast Du feste Schreibzeiten?

Ich muss zugeben, ich bin „Nebenerwerbsautorin“ und habe noch einen „richtigen“ Job. Ich setze das in Anführungszeichen, da ich finde, man sollte die Arbeit eines Autors nicht unterschätzen. Bis so ein Buch fertig ist, vergehen viele, viele Stunden. Ich schreibe eigentlich hauptsächlich abends bis spät in die Nacht, manchmal auch bei der Arbeit, wenn ich außer Telefondienst nichts zu tun habe.

Schriftsteller heute und früher – Was hat sich verändert? Wurden Autoren früher mehr geachtet?

Gefühlsmäßig würde ich sagen: „Ja“. Das liegt zum einen sicher daran, dass heutzutage jeder veröffentlichen kann. Niemand muss die Hürde „Verlag“ nehmen. Aber macht ihn das auch zum Schriftsteller?
Bei einigen „Büchern“ kann ich nur den Kopf schütteln, so was würde ich nicht einmal meiner Lektorin Zumuten. Deshalb verstehe ich auch, warum Indi-Autoren von manchen Lesern belächelt werden. Was schade ist, denn einige stecken mit ihren Büchern jedes Verlagsbuch in die Tasche.

Wie gehst Du mit der Veränderung des Marktes um? Immer mehr Menschen meinen, ein Buch schreiben zu müssen. Sollte man als Autor eine „Lehre“ machen müssen, das Handwerk lernen oder soll weiterhin jeder schreiben, der sich dafür geeignet hält?

Wenn jemand schreiben will, soll er das ruhig tun. Ich glaube aber, dass nicht jeder zum Autor geboren ist. Es gehört nicht nur das Talent dazu, Geschichten spannend zu erzählen, sondern auch ein gewisses Maß an Feingefühl im Umgang mit Mitmenschen. Genau wie Kritikfähigkeit mit einer Portion Abgebrühtheit, dabei sollte man jedoch nicht beratungsresistent sein. Genau bei diesem Punkt geraten jedoch viele an ihre Grenzen.
Ob eine Lehre sinnvoll ist oder nicht muss jeder selbst entscheiden. Ich persönlich sehe den ganzen Schreibprozess als Lehre. Wenn ich überlege, wie viel meine Lektorin beim ersten Buch angekreidet hat, schüttelt es mich heute noch. Aber für mich war das wie Schule und beim zweiten hab ich deutlich weniger Fehler gemacht.

Einer der Arbeitsplätze von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Einer der Arbeitsplätze von Manuela Fritz ©Manuela Fritz

Die Sprache – schreiben wie man spricht, wenn möglich noch mit Dialekt, oder hochdeutsch? Verändert das Schreiben Deine Artikulation im täglichen Miteinander?

Das kann man nicht so pauschal über einen Kamm scheren, finde ich. Dialekt in wörtlicher Rede ist absolut OK. Ein Jugendlicher spricht eben anders als ein Achtzigjähriger. Ich habe aber auch schon Bücher gelesen, die wären auf Hochdeutsch nur halb so witzig gewesen wie im Dialekt. Zumal es so etwas wie Standartdeutsch gar nicht gibt. Wir haben einfach Unterschiede zwischen Nord und Süd und das ist gut so. Man darf ruhig erkennen, woher ein Autor stammt, solange er sich an die deutsche Rechtschreibung hält.
Natürlich wirkt sich der intensive Umgang mit Sprache auch auf den Alltag aus. Man wird wortgewandter, da man ja beim Schreiben immer versucht das Wort zu benutzen, das etwas am besten ausdrückt. Nicht ohne Grund empfiehlt man Schülern, die schwach in Deutsch sind viel zu lesen.

Wie wichtig erachtest Du soziale Netzwerke, wie gehst Du damit um?

Sehr wichtig. Es ist die einfachste Möglichkeit, bekannt zu werden und mit dem Leser im Kontakt zu bleiben.
Ich versuche, meine Ansichten sachlich und höflich kundzutun. Bei heißen Diskussionen halte ich mich eher zurück und bin meist nur stille Mitleserin. Ich käme nie auf die Idee, über irgendjemanden öffentlich herzuziehen. Wenn ich Differenzen habe, wird dass in einer PN geklärt.
Zurzeit habe ich meine Aktivitäten aber etwas zurückgeschraubt, weil ich durch das Posten in den verschiedenen Gruppen kaum noch zum Schreiben gekommen bin. Mittlerweile schau ich sporadisch mal da und mal dort vorbei und kommentiere ab und zu.
Natürlich reagiere ich wenn möglich auf jeden Post, an dem ich markiert wurde antworte auf jede persönlich an mich gerichtete Nachricht.

Messen und Conventions – als Dank für Lesertreue oder eher nur Stress? Was bringt es Dir persönlich, Kontakt mit Deinen Lesern zu haben?

Bislang war ich, was Messe anbelangt, eher die, die dort ihre Lieblingsautoren getroffen hat. Und ich bin dankbar, dass die „großen“ einen mit offenen Armen empfangen und man wirklich viele, viele Tipps mit auf den Weg bekommt. Ich finde der Kontakt zu Lesern ist mitunter das Einzige, das einen wieder aufhilft, wenn man gerade auf die Schnauze gefallen ist. Es motiviert ungemein, wenn man zu hören bekommt, dass jemand das Buch nicht weglegen konnte und ungeduldig auf Nachschub wartet.

Andere Ansicht des Arbeitsplatzes. ©Manuela Fritz

Andere Ansicht des Arbeitsplatzes. ©Manuela Fritz

Fans – wie viel Fan – Nähe erträgt ein Autor? Musstest Du schon einmal unbequeme Entscheidungen treffen?

Zum Glück noch nicht. Ich bin aber auch kein Teenieschwarm, der täglich Heiratsanträge bekommt. Die meisten Fans wissen, was angebracht ist und was nicht uns sind super nett. Deshalb freue ich mich über jeden, der mich und meine Geschichten mag und mir das auch mitteilt.

Buchpreisbindung in Deutschland – gut oder nicht gut?

Gegen die Buchpreisbindung habe ich nichts. Wobei mir jedoch die Hutschnur hochgeht, ist die generelle Handhabe bei E-Books. Einerseits unterliegen sie der Buchpreisbindung, andererseits werden sie mit 19% besteuert. Ist ein E-Book nun ein Buch oder nicht? Wenn ja, bitte 7% MwSt., wenn nein, dann aber auch keine BUCHpreisbindung. Interessant wird es, wenn das mit dem FSK für E-Books wirklich kommt.

Illegale Downloads – wie sehr wirken sie sich aus? Wie würdest Du Fans gegenübertreten, von denen Du weißt, sie loben Deine Bücher, haben sie aber auf illegalem Weg bezogen?

Illegale Downloads sind für jeden Autor ärgerlich. Ich frage mich, was in den Köpfen dieser Leute vor sich geht. Nicht viel, denke ich, denn ihnen fehlt das Bewusstsein, dass es sich dabei um Diebstahl handelt. Jedem muss eigentlich klar sein: Das Herunterladen von E-Books von illegalen Plattformen ist strafbar.
Was mich aber richtig ärgert, ist, dass dann auch noch Geld dafür verlangt wird, von dem ich natürlich nichts sehe. Auch wenn es sich um Centbeträge handelt, verdienen sich die Betreiber damit eine goldene Nase, denn im Gegensatz zu mir haben sie keine Kosten für die Erstellung (Lektorat, Cover, ISBN usw.), ich liefere ja das fertige Produkt, wie tausend andere Autoren auch.
Ich habe durchaus Verständnis, wenn jemand sagt, er könne sich nicht so viele Bücher leisten, doch das rechtfertigt nicht, dass man stiehlt. Es gibt Mittel und Wege auf legale Weise an günstige oder gar kostenlose Bücher heranzukommen. Vor allem, da es immer wieder Preisaktionen oder Verlosungen gibt. Und nur so am Rande, auch die Weitergabe von kostenlosen Exemplaren ist illegal.
Wenn man dann auch noch mitbekommt, dass sogenannte „FANS“ nicht bereit sind eine „tolle“ Geschichte entsprechend zu honorieren, kann ich gut verstehen, dass manche Autoren die Lust am Schreiben verlieren.
Ich kann nicht sagen, wie ich auf solche Fans reagieren würde. Denn zu deren Glück bekommt man nur selten mit, wer zu den schwarzen Schafen gehört. Ich finde es auf alle Fälle traurig, dass sich diese Menschen nicht mehr Gedanken darüber machen, was sie ihren Autoren damit antun.

Was hältst Du von Aussagen wie „ mein Buch ist billiger als Dein Kaffee.“

Schwieriges Thema …
Ich persönlich werde so etwas nie sagen, da ich die Aussage im Bezug auf meine Bücher abwertend finde.
Bei manchen finde ich jedoch selbst 99ct noch überteuert. Und ich spreche hier nicht von Qualität, sondern von Umfang. Wie oft stolpere ich über vermeintliche Preisaktionen und beim zweiten Blick sehe ich: 58 Seiten 34 Seiten oder noch weniger…
Da fängt mein Kopf dann ganz von selbst an zu rechen … und ich ärgere mich, dass ich so lange Geschichten schreibe.
Selbst Amazon hat erkannt, dass sich dahingehend ein Trend entwickelt und wirkt seit Kurzem dagegen. Für mich heißt das: Meine Bücher sind in der Ausleihe teurer, als im Verkauf. Da überlegt man schon mal, warum man seine Arbeit unter Wert verkauft.

Möchtest Du Deinen Lesern etwas mit auf den Weg geben? Gibt es etwas, das Du noch loswerden möchtest?

Gibt es echt Leser, die uns bis hierher gefolgt sind? Wow! Dann erst einmal: Danke, das ihr durchgehalten habt.
Wenn euch meine Bücher gefallen, erzählt euren Freunden davon. Erwähnt es in Gruppen, schreibt eine Rezension, sprecht eine Empfehlung aus. So könnt ihr mich am besten unterstützen. Denn es ist immer noch etwas anderes, wenn ihr Leser ein Buch anpreist, als wenn der Autor es selbst tut.
Scheut euch nicht Kontakt zu mir aufzunehmen, ich freue mich über jede persönliche Mitteilung auch, oder besonders, wenn sie Kritikpunkte enthält.
Bitte bleibt mir treu und seid nachsichtig mit mir, wenn ihr manchmal etwas länger auf etwas Neues warten müsst. Ich habe nebenbei noch ein „Real Life“ zu meistern.

Natürlich gibt es auch bei dieser Blogtour etwas zu gewinnen. Teilnahme ab 18 Jahren und mit deutscher Postadresse. Hinterlasst einen Kommentar.

©Yasmin Neese

©Britt Toth / Yasmin Neese